Jubiläum

Die Kolpingbegegnungsstätte Schermbeck gibt’s seit 25 Jahren

Musik zum 25-Jährigen der Kolpingbegegnungsstätte in Schermbeck.

Foto: Gerd Hermann

Musik zum 25-Jährigen der Kolpingbegegnungsstätte in Schermbeck. Foto: Gerd Hermann

Schermbeck.  Sonntag wurde das Jubiläum zunächst mit einem Gottesdienst, dann mit einem Frühschoppen gefeiert. Alles begann mit einer Schenkung.

„Es war ein absoluter Glücksfall“, sagt die heutige Vorsitzende der Schermbecker Kolpingsfamilie, Christa Hülsdünker, wenn sie daran zurückdenkt, wie die Schermbecker Kolpingbegegnungsstätte entstanden ist, die gestern ihr 25-jähriges Jubiläum feierte. „1990 erfüllte Mathilde Spickermann den letzten Willen ihres Mannes: Sie vererbte der Kirchengemeinde St. Ludgerus das Grundstück Widau 40 in Üfte mit einem alten Bauernkotten darauf.“ Einzige Auflage war damals: Das Grundstück darf nur für soziale und karitative Zwecke genutzt werden.

„Leider ist Frau Spickermann vor wenigen Wochen verstorben. Wir hatten sie schon zu dem Jubiläum eingeladen, denn sie hat die Entwicklung der Kolpingbegegnungsstätte immer interessiert verfolgt“, berichtet Hülsdünker.

200 Helfer packten beim Bau mit an

Da die Kirchengemeinde nach der unerwarteten Schenkung das Bauernhaus nicht selber nutzen konnte, bot sie es auf Empfehlung des Pastors und Präses der Kolpingsfamilie, Franz-Gerd Stenneken, der Kolpingsfamilie zur Nutzung an. Der Präses hatte schon seinerzeit die Idee, das Haus zu einer Begegnungsstätte zu machen.

Lange Debatten

Nach langen Debatten fasste der Vorstand unter seinem damaligen Vorsitzenden Hans Dieter Heier am 20. Mai 1990 den Beschluss, das einmalige Angebot anzunehmen. Der baufällige Kotten wurde abgerissen und rund 200 freiwillige Helfer machten sich genau vor einem Vierteljahrhundert an die Arbeit. Nach Aufzeichnungen von Bernhard Schäfer, der den Bau von Anfang an beaufsichtigte und auch ständig selbst fleißig mit Hand anlegte, wurden insgesamt rund 40 000 unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet. „Dieses Pensum wurde aber nicht allein von Kolping-Mitgliedern erbracht, sondern auch von vielen Helfern, die nicht der Kolpingsfamilie angehören“, ergänzt Hülsdünker.

Nach über fünf Jahren Bauzeit war es dann soweit: Am 20 Dezember 1998 segnete Bischof Dr. Reinhard Lettmann, der anlässlich der 1200-Jahr-Feier in Schermbeck weilte, die Begegnungsstätte ein. Es war ein stimmungsvolles Fest, bei dem der neue große Saal seine Bewährungsprobe bestand.

Zeltlager, Kurse und Feste

Das Haus wurde endgültig dann im Frühjahr 1999 fertig gestellt. Es bietet heute 14 Betten in fünf Schlafräumen, die alle über ein eigenes Bad mit Dusche und WC verfügen. Nach Bedarf kann in jedem Zimmer noch ein Kinderbett dazu gestellt werden. Für Gruppen bis zu 20 Personen steht außerdem ein geräumiges Matratzenlager zur Verfügung.

Konzipiert ist das Haus für Selbstverpfleger. Es kann unter anderem eine Küche und ein Essraum zur Vorbereitung der Mahlzeiten genutzt werden. Im Haus laufen Vortragsveranstaltungen, Schulungen und besonders in den Sommermonaten toben sich Jugendliche und Kindergruppen auf der großen Spielwiese aus oder suchen Erholung und Entspannung. Der im rustikalen Stil eingerichtete Saal bietet bis zu 140 Personen Platz – je nach Bestuhlung und Tischbestellung. Es stehen alle technischen Einrichtungen, wie eine große Leinwand, Diaprojektor und Flip-Chart zur Verfügung. Aber auch für Gruppen bis zu 25 Personen ist ein Raum in gemütlicher Atmosphäre vorhanden. Und nach einer Veranstaltung lädt ein gemütlicher Treff an der Theke zum Plaudern ein.

Großzügiges Gelände

Bei schönem Wetter bietet sich der Aufenthalt auf der Terrasse und dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände zur Kommunikation und zur Bewegung an. „Zeltlager und Familienfeste werden hier gerne abgehalten“, erzählt Christa Hülsdünker. Sie erwähnt auch Veranstaltungen, die schon seit vielen Jahren hier regelmäßig laufen – wie den Schermbecker Kinderkarneval mit 150 Mädchen und Jungen, der Kolpinggedenktag, Mitgliederversammlungen, Gymnastik- und Tanz-Kurse sowie das beliebte Doppelkopfturnier. Durch die Vermietung der Kolpingbegegnungsstätte können die beiden Hausmeister und eine Putzhilfe finanziert werden.

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