Kircheninstrument

Die Orgelbauer werkeln eifrig in der Brüner Dorfkirche

Karl-Heinz Ressing und Orgelbauerin Lisa Oppel auf der Baustelle in der Brüner Dorfkirche.

Karl-Heinz Ressing und Orgelbauerin Lisa Oppel auf der Baustelle in der Brüner Dorfkirche.

Foto: Lena Reichmann

Hamminkeln.   Die Firma Oppel aus Schmallenberg baut die neue Orgel ein, die am 30. April fertiggestellt sein soll. Erklingen soll das gute Stück am 19. Mai.

Das Gehäuse aus Eiche steht schon auf der Brüner Orgelbühne - ganz schön imposant im Verhältnis zum relativ kleinen Kirchenraum. Teilweise verwendeten die Orgelbauer das alte Eichenholz, doch einige Bereiche mussten auch komplett erneuert werden. Denn das Brüner Instrument hatte im Laufe der Jahre ganz schön gelitten.

Erbaut wurde die Orgel bereits 1828, in den 60er Jahren erfolgte eine große Restaurierung, das Rückpositiv wanderte nach vorn, das Hauptwerk wanderte in den rückwärtigen Teil, um Sitzplätze für die Sänger und Sängerinnen des Kirchenchors zu schaffen. Doch der Zahn der Zeit und vor allem die klimatischen Bedingungen setzten der Orgel zu. Feuchtigkeitsschäden und Schimmel beschädigten sie.

Die Gemeinde hatte drei Möglichkeiten

Schnell war klar: Hier muss was geschehen. Drei Möglichkeiten hatte die Gemeinde, erzählt Baukirchenmeister Karl-Heinz Ressing. Einfach „nur über den TÜV bringen“, wie Ressing es nennt, hätte nicht viel gebracht. Für eine komplett neue Orgel hätte es größerer baulicher Veränderungen und einer neuen Statik bedurft. „Das wäre noch teurer geworden“, erklärt der 70-Jährige. Also entschied die Gemeinde, der Orgel eine „Generalüberholung“ zu gönnen.

280.000 Euro sind dafür veranschlagt. Ein Teil kommt als Zuschuss vom Kirchenkreis, den Rest müssen die Brüner Gläubigen selbst aufbringen. Und da hapert es noch ein wenig. 60- bis 65.000 Euro, hat Ressing überschlagen, fehlen noch. Deshalb werden auch weiterhin aktiv Spenden gesammelt. „Und, wenn die Orgel erst einmal wieder gespielt werden kannt, ist der eine oder andere vielleicht dann spendabel, hofft Ressing. Denn zu Kantate, dem vierten Sonntag nach Ostern, am 19. Mai soll die Orgel in Betrieb genommen werden.

Technisch ist die Orgel ein Neubau

Bis dahin haben Tina Oppel und ihr Kollege noch einiges zu tun. Denn technisch gesehen ist die Brüner Orgel dann eine Neue. Der Spieltisch ist ebenso neu wie ein Großteil des gesamten Orgelwerks. Etwa 2500 Pfeifen müssen eingebaut – und noch viel arbeitsaufwendiger – gestimmt werden. Viel zu tun also für Lisa Oppel und ihren Kollegen, denn jede Orgel ist ja eigentlich ein Unikat, sie wird individuell für den jeweiligen Kirchenraum gebaut und klanglich angepasst.

Damit die Orgel auch möglichst lange hält, hat die Gemeinde auch in Raumtechnik investiert. Die Heizungsanlage hat eine neue Steuerung und auch zwei Kirchenfenster an der Nord- und Südseite werden umgebaut. Von der Heizungsanlage aus sollen sie angesteuert werden, um für eine Querlüftung des Kircheninneren zu sorgen. Denn Schimmel und Feuchtigkeitsschäden sollen künftig der Vergangenheit angehören. Deshalb soll die Raumtemperatur auch im Winter nicht unter zehn Grad fallen. Der Orgel zuliebe.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben