Dorfleben

Die Saubermänner von Hamminkeln

Das Dorf Wertherbruch wurde von Mitgliedern verschiedener Vereine aufgeräumt, hier war die Pfadfindergruppe „Die witzigen Igel“ vom DPSG Wertherbruch tätig.

Foto: Gerd Hermann

Das Dorf Wertherbruch wurde von Mitgliedern verschiedener Vereine aufgeräumt, hier war die Pfadfindergruppe „Die witzigen Igel“ vom DPSG Wertherbruch tätig. Foto: Gerd Hermann

Hamminkeln.  In Wertherbruch und Brünen hatten Vereine dazu aufgerufen, das Dorf zu säubern. Die Bevölkerung machte gerne mit und staunte über die Fundstücke.

Früh stand die Sonne über der Bürgerhalle, als Kathrin Vastall und ihre Freundin um viertel vor neun mit ihrem Wagen vorfuhren und erste Westen ausluden. „Wir haben sieben Wegstrecken, jede Gruppe hat dann einen Bezirk den es abklappern kann“. Die zweite Vorsitzende des Wertherbrucher Spielmannszuges verteilte als diesjähriger Ausrichter dann die einzelnen Gebiete auf die Mädels vom Spielmannszug, die Vereinsvertretern und die Bürgern.

„Es ist wichtig, die Tradition weiterzugeben und das Dorf zu stärken“, meinte der Wertherbrucher Schützenpräsident Marco Gernemann, der sich mit seiner siebenjährigen Tochter Lea und dem ein Jahr jüngeren Luis aufgemacht hatte. Franziska Peters scharrte als Gruppenleiterin der Pfadfinder-“Igel“ die Kids um sich. „Um den Kindern bewusst zu machen, dass der Müll nicht in die Umwelt gehört, sondern in den Mülleimer“, dafür sei diese Aktion mehr als wichtig. „Der Zusammenhalt halt“, ergänzte die Landfrauen-Vorsitzende Michaela Pelzer.

Wer schmeißt denn Zahnpasta weg?

Anschließend machten sich die Teams auf dem Weg - so auch die fünf Jungs der A-Jugend von Blauweiß Wertherbruch, die auf der Provinzialstraße am Ortsausgang Richtung Rodehorster Allee unterwegs waren. Marc Stenkamp und Lars Bollmann wurden auf ihrer Wassergraben-Seite fündig. „Hier haben wir schon ein Deospray, und mehrere Energy-Dosen aus Holland“, wunderte sich der 17-jährige Lars - und auch über eine Tube Zahnpasta. „Die Leute sind ja verrückt“, schüttelte ihr Coach Klaus Bollmann angesichts gefüllter Hundekotbeutel, Silofolien und Bierflaschen den Kopf.

Nach eineinhalb Stunden kamen die Aktiven in Wertherbruch an der Grillhütte neben dem Sportplatz zusammen, um sich nach getaner Arbeit mit Würstchen und Getränken zu stärken. „In den Binnenstraßen war recht wenig, im Bereich Provinzialstraße mehr“, bilanzierte Kathrin Vastall. „Es war insgesamt weniger“, fand auch Manfred Tebbe von der „Alten Herrlichkeit“ .

Bollerwagen für Säcke und „Müllkinder“

Am Brüner Marktplatz waren einige Großeltern und Eltern mit ihren Enkeln und Kindern gekommen - sogar mit dem Bollerwagen. „Den haben wir für die Müllsäcke und die Müllkinder“, schmunzelte die 71-jährige Gerda Heitkamp und nahm ihre beiden Enkel an die Hand, los ging’s in Richtung Alter Rheder Weg. „Das ist eine Sache, die man für´s Dorf tut“, meinte der zweite Vorsitzende des SV Brünen, Jannhermann Hecheltjen. „Ein Kind, dass am Vormittag sammeln darf, wird sich überlegen, ob man eine Bonbontüte wegschmeißt.“

Organisator Wolfgang Walter vom Brüner Bürgerverein konnte sich auch über die Anwesenheit von zwanzig Soldaten der „1st NATO Signal Bataillons DCM Alpha“ aus der Weseler Schill-Kaserne freuen. „Die Bundeswehr hat hier eine Patenschaft seit 52 Jahren“, erklärte Walter den Hintergrund. „Es ist halt auch wichtig, den Kontakt zur Zivilbevölkerung immer wieder herzustellen“, meinte Major Dirk Korthals.

Verwaltung kümmert sich um die Entsorgung

Die Soldaten bearbeiteten dann die Beete vor der Kirche und an der Ampelanlage. „Macht ihr das hauptberuflich?“, flachste die Brünerin Astrid Steffen und fand das Engagement der Rekruten „total toll.“ Entlang des Weges an der Weseler Straße/Ecke Bramberg war die Gruppe von Harald Reich unterwegs. „Kleine Schnäpschen, ein gebrauchtes Verhüterli, Dünger- und Hackfleischverpackungen an der Ecke Rohstraße“. Das war aber nicht die einzige „Ausbeute“ des Sammelns. „Da liegen noch Hundetüten zwei Meter vom Korb entfernt - und um die Kirche rum dicke Hundehaufen. Da muss man den einen oder anderen hier mal aufwecken“, fand der 69-Jährige.

In der Gaststätte „Zum Krug“ genossen Helfer und Soldaten am Mittag Brötchen, Kaffee und Kuchen. „Zwei komplette Hänger und ein Anhänger mit Grün“ habe man zusammenbekommen, bilanzierte Wolfgang Walter. Der Müll landete jeweils in einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Container. Die Verwaltung wird sich auch um die Entsorgung kümmern.

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