Verkehr

Die Weichen für die Betuwe in Mehrhoog stellen

Wie kann es an der Bahnhofsstraße weiter gehen? Ein Bahnvertreter wird im Fachausschuss referieren. Das Land drängt auf eine einvernehmliche Lösung zwischen Stadt und Bahn. Die ist derzeit nicht in Sicht.

Wie kann es an der Bahnhofsstraße weiter gehen? Ein Bahnvertreter wird im Fachausschuss referieren. Das Land drängt auf eine einvernehmliche Lösung zwischen Stadt und Bahn. Die ist derzeit nicht in Sicht.

Foto: Markus Joosten

Hamminkeln.   Das Thema Betuwe ist eine Hängepartie geworden. Wenn Hamminkeln die Troglage gerichtlich durchsetzen will, verliert die Stadt Landesgelder.

Die Positionen sind ebenso fest wie gegensätzlich: Für Mehrhoog fordert der Rat der Stadt Hamminkeln, die Gleise tiefer zu legen, unter anderem um den Ortsteil nicht zu zerschneiden und um meterhohe Schallschutzwände zu verhindern. Der Bahn ist das zu teuer, sie möchte schlichte hohe Lärmschutzwände und Unterführungen. An diesem Punkt ist die Situation festgefahren, seit Jahren stehen im städtischen Haushalt Mittel für eine Klage bereit. Zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am 3. Mai ist nun ein Vertreter der Bahn eingeladen, um die technischen Rahmenbedingungen und die Kosten darzustellen. Außerdem soll die Bahn zeigen, welche möglichen Alternativen es im Sinne der Forderung der Stadt Hamminkeln es gibt.

Grundwasseraspekt bislang unbeachtet

Ein Aspekt bei dieser Diskussion ist recht neu. „Die Frage, wie sich eine Betonwanne im Boden auf die Grundwasserverhältnisse in Mehrhoog auswirkt, hatte niemand auf dem Schirm“, sagt Bürgermeister Bernd Romanski. Die Starkregen haben das Thema weit oben auf die Tagesordnung gespült.

Das Land will sämtliche für die Beseitigung des Bahnübergangs entstehende Kosten übernehmen, vorausgesetzt, dass Stadt und Bahn eine Lösung im Konsens finden. Bleibt Hamminkeln bei seinen Klageabsichten, könnte das Gerichtsverfahren deutlich teurer als geplant ausfallen: Die Stadt müsste dann ein Drittel der Kosten für die Beseitigung des Bahnübergangs schultern, ihren üblichen Eigenanteil. „Wir reden hier von acht Millionen Euro“, verdeutlicht Romanski. Geld, das die Stadt nicht hat.

Informationen als Diskussionsgrundlage

Aus Sicht des Bürgermeisters gibt es nur zwei Alternativen, um das zu verhindern: Entweder die Bahn baut doch noch die geforderte Troglage. Oder aber der Rat rückt von seiner Forderung ab. Damit es weiter gehen kann, müsse Bewegung in die Sache kommen, „ich bin kein Freund langwieriger Prozesse“, so Romanski. Es sei jetzt eine Klärung notwendig.

Grundlage für eine solche Diskussion ist das Wissen um Möglichkeiten und Machbares. Das soll die Bahn in den Ausschuss bringen, auch die notwendigen Informationen über das Grundwasserproblem und Lösungsansätze. Für den Fall, dass sich die Troglage nicht durchsetzen lässt, hatte Hamminkeln bereits klar gemacht, dass die Bahn sich mit dem Bahnhof deutlich mehr Mühe machen muss als bislang vorgesehen: Statt der Rampe fordert Hamminkeln einen von der Bahn einen Aufzug, eine geänderte Radwegeführung und die Anbindung des Dorfplatzes an die Park und Ride-Anlage.

Eine Entscheidung muss der Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am 3. Mai nicht treffen. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

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