Otto-Vorberg-Haus

Die Zukunft am alten Lippehafen in Wesel bleibt ungewiss

Um diese Immobilie, das Otto-Vorberg-Haus, geht es.

Um diese Immobilie, das Otto-Vorberg-Haus, geht es.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Wesel.  Pläne gibt es viele für das in die Jahre gekommene Otto-Vorberg-Haus in Wesel-Fusternberg. Was noch fehlt ist ein Betriebskonzept sowie Geld.

Sehr viel weiter als vor gut einem Jahr ist man beim Lippeverband nicht gekommen, wenn es um die künftige Nutzung des Otto-Vorberg-Hauses am alten Lippehafen Fusternberg geht. Das wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit deutlich. Nur soviel steht fest, wie Dr. Mario Sommerhäuser vom Lippeverband deutlich machte: Die 70.000 Euro für einen etwaigen Abriss liegen nur bis Ende 2021 bereit, so dass sämtliche Planungen für die alte Immobilie, an der viele Weseler zahlreiche Erinnerungen knüpfen, unter einem gewissen Zeitdruck stehen.

Der Abriss soll allerdings die letzte Option sein und wird sowohl vom Lippeverband, der seit 2018 hier das Sagen hat, als auch vom Landesumweltministerium - das Gelände ist im Besitz des Landes - für keine gute Lösung gehalten. Und so bastelt man weiter am Drei-Säulen-Konzept, das bereits im August vergangenen Jahres vorgestellt wurde: 1. Ausstellung und Information, 2. Bildung, 3. Kommunikation und Kooperation. Im Rahmen eines Studentenprojekts der Hochschule Ostwestfalen-Lippe waren im Sommer 2018 zahlreiche Ideen für das Areal entwickelt worden, angefangen beim Ökospielplatz über ein Hafencamp bis hin zu einem Auenpfad zum Wasserwerk. Die historische Anlage in unmittelbarer Nähe könnte bei den Planungen eine Rolle spielen, dazu noch viel mehr, wie Sommerhäuser deutlich machte.

Als Zielgruppen sind Radfahrer und Kanuten, Familien und Kindergartengruppen, Schüler und Hochschüler, aber auch Landwirte und Landfrauen sowie Künstler angedacht. Hier könnten sie sich etwa über die Lippe und entsprechende Programme zur ökologischen Entwicklung des Gewässers informieren, Hochwasserschutz und Klimawandel könnten eine Rolle spielen. Ein Forscherlabor wäre schön, dazu ein entsprechend gestalteter Außenbereich mit Gastronomie. Mint-Programme, sprich Unterricht in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, wären hier möglich. Schließlich fehlt solch eine Möglichkeit in der Kreisstadt noch komplett. Mittelfristig könnte auch die Greifvogelstation aus der Schill-Kaserne in Blumenkamp dazukommen, denn sie muss in zwei, drei Jahren umziehen. Das Areal an der Lippe wäre eine Option für die Kreisgruppe des Naturschutzbundes.

Doch die geschätzten Sanierungskosten allein für das Gebäude liegen bei um die 600.000 Euro. Hinzu kommen weitere Gelder für Ausstellung, den Außenbereich und mehr. Insgesamt werden wohl 1,2 Millionen Euro nötig sein, so die vage Schätzung.

Ein tragfähiges Betriebskonzept soll bis zum dritten Quartal 2020 vorliegen. Dann könnte die Entscheidung fallen, wobei genau an diesem Konzept das Auenzentrum in Lippstadt gescheitert ist, wie Sommerhäuser den Ausschussmitgliedern mitteilte. Denn dazu gehöre zum Beispiel auch ein Hausmeister und eine Lösung für die Gastronomie. Und: Die Unterhaltungskosten können weder das Umweltministerium NRW noch der Lippeverband zum dauerhaften Erhalt beisteuern (siehe Box).

So könnte es weitergehen

Die Weseler Politik hat ein großes Interesse daran, dass das Lippe-Umweltzentrum - unter welchem Namen auch immer - kommt. Sebastian Hense (CDU) sprach von einem Riesenzugewinn für die Stadt.

Die Gründung eines Trägervereins wäre eine Möglichkeit. Dort könnten sich beispielsweise Stadt und Stadtwerke, der Naturschutzbund, die Biologische Station, der Regionalverband Ruhr sowie der Naturpark Hohe Mark tummeln. Mögliche Förderquellen für Investoren gebe es auch, zeigte Mario Sommerhäuser vom Lippeverband in der Ausschusssitzung im Rathaus auf.

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