Politik

Ein amüsanter Blick auf das Leben

Sorgte für manches Schmunzeln bei den Zuhörern: Wolfgang Bosbach.

Sorgte für manches Schmunzeln bei den Zuhörern: Wolfgang Bosbach.

Foto: Christoph Karl Banski

Wesel.   Im Januar musste Wolfgang Bosbach wegen einer Erkrankung kurzfristig den CDU-Neujahrsempfang absagen, Sonntag war er zu Gast im Lutherhaus.

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Wolfgang Bosbach hatte intensive Konkurrenz, wie CDU-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Heinzgerd Schott es gestern Vormittag im Luthersaal formulierte. Denn der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende kam zum großen Bürgerschützenfest in die Kreisstadt. Und so saßen einige Christdemokraten sogar in ihrer Schützenuniform im Saal, wie Kreisdirektor Ralf Berensmeier und Ratsherr Wolfgang Lingk.

Kurzweilig schilderte Bosbach, der eigentlich schon zum Neujahrsempfang seiner Weseler Kollegen hätte kommen sollen, seine Sicht der Dinge. Und die reichte von der bevorstehenden Bundestagswahl über die Eurokrise und das Thema Bildung bis hin zur Wirtschaft. „Die FDP kommt aus eigener Kraft in den Bundestag“, mahnte er die Zuhörer in dem Glauben, dass mancher um die Ecke denken könnte. Diese Partei brauche weder eine künstliche Beatmung noch Leihstimmen, wobei er von diesem Begriff gar nichts halte. Geliehene Sachen müsse man zurückgeben, aber „Was Sie in die Wahlurne geworfen haben, sehen Sie nie mehr wieder“.

Nicht verzweifeln

Ein bisschen machte sich Bosbach dann lustig über sich selbst. Denn was machen die Parteien im Wahlkampf? „Wir kleben Plakate, bevorzugt Jugendbildnisse der Kandidaten, wir machen Hausbesuche und wir klappen den Sonnenschirm auf“. Dabei sei das beste Werbemittel immer noch ein gutes Argument. Und das koste noch nicht einmal was.

Wolfgang Bosbach, Jahrgang 1952 aus Bergisch-Gladbach, gab sich schließlich ganz privat, sprach von seiner 85-jährigen Mutter und seinem 91-jährigen Vater, die seit 65 Jahren verheiratet sind. Sie hätten im Krieg und danach ums Überleben gekämpft. Ihren Mut und Optimismus, ihre Tatkraft und Entschlossenheit wünsche er allen. „Wir müssen doch nicht verzweifeln.“ Dann schlug er den Bogen in seine eigene Kindheit, in der er nicht - wie die heutige Generation - rund um die Uhr erreichbar gewesen sei. Er sprach von seiner Tochter, die mit der besten Freundin im Haus gegenüber ständig chattet anstatt einfach hinüberzugehen. Und er lobte die Kanzlerin und ihre Art zu arbeiten. Blitzgescheit sei sie und ausgesprochen fleißig. Wenn sie morgens um halb vier noch Gespräche geführt habe, sitze sie morgens um halb neun wieder an ihrem Schreibtisch. Und was er besonders hervorhob: Sie ist 100 Prozent bodenständig und noch nicht ein Mal abgehoben.

Am Ende gab es tosenden Applaus für den Gast, der seinen Zuhörern außergewöhnliche Einblicke ermöglicht hatte.

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