Ein Feuerwerk an vier Klavieren

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KONZERT. Das Quartett Nami Ejiri, Marcus Kretzer, Anna Malikova und Olivier Cazal wusste beim Abschluss des Klaviersommers zu überzeugen.

WESEL. Zum Abschluss des 10. Weseler Klaviersommers erwartete das Publikum im nicht ganz besetzten Bühnenhaus Ungewöhnliches: vier Flügel auf der Bühne, vier exzellente Pianisten aus vier Ländern und ein Programm, das zauberhaft begann - mit Paul Dukas' Scherzo "L'Apprenti-Sorcier" nach Goethes Ballade "Der Zauberlehrling" - und akrobatisch endete, mit "Dizzy Fingers" von Zez Confrey und Albert Lavignacs Galopp-Marsch für acht Hände an einem Klavier.

Zunächst stellten sich die vier Akteure in Duo-Besetzungen vor. Nami Ejiri (Japan) und Marcus Kretzer (Deutschland) boten den schon erwähnten Zauberlehrling und die Ungarische Rhapsodie Nr. 14 von Franz Liszt; Anna Malikova (Russland) und Olivier Cazal (Frankreich) folgten mit Sergej Rachmaninows Fantaisie-Tableaux für zwei Klaviere in g-Moll (Suite Nr. 1).

Nach der Pause geschah dann das, worauf die Zuhörerinnen und Zuhörer bereits gespannt gewartet hatten: Alle vier Pianisten nahmen an den eng aneinander geschobenen Flügeln Platz und entfesselten ein Feuerwerk temperament- und gefühlvoller Klaviermusik. Bei der Zusammenstellung ihres Programms mussten sie überwiegend auf Instrumentierungen und Bearbeitungen von klassischer Orchesterliteratur zurückgreifen, weil das Angebot an Originalmusik für vier Klaviere verständlicherweise minimal ist. So waren Ouvertüren von Rossini und Smetana zu hören, ein Satz aus Rimsky-Korsakovs "Sheherazade" und Johann Sebastian Bachs Konzert für vier Klaviere in a-Moll, die einzige Originalkomposition in diesem musikalischen Reigen. Allerdings beruht diese auf Vivaldis "Konzert für vier Violinen und Orchester", ist also auch nicht ganz richtig original.

Die vier Protagonisten wechselten je nach Stimmverteilung Instrument und Klavierbank und zeigten, was man gemeinsam auf vier Tastaturen zum Klingen bringen kann: feurige Zigeunermusik, russisch-orthodoxe Kirchenglocken, ausgelassene Hochzeitstänze oder sogar Jazziges. Das Publikum war begeistert. Besonders über den zugegebenen Radetzki-Marsch, bei dem es mitklatschen durfte, und über den Galopp-Marsch, bei dem sich alle vier Pianisten an einem Flügel drängelten und die Tasten teilten. Höhepunkt und Abschluss eines gut zweistündigen Konzertes, das beeindruckte und Spaß machte. (nemo)

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