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Ein Heim für Tiere, die keiner will

Nicole Schädel (links, 2. Vorsitzende) und „respek-Tiere“-Vorsitzende Annette Scherer kümmern sich um die Tiere.

Nicole Schädel (links, 2. Vorsitzende) und „respek-Tiere“-Vorsitzende Annette Scherer kümmern sich um die Tiere.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Hünxe/Dinslaken.   Der neu aufgestellte Verein „respek-Tiere“ in Hünxe unterstützt den Gnadenhof für Hunde, Katzen, Kaninchen und Co. Dort wird sich um Tiere gekümmert, die niemand mehr will. Viele der Tiere sind nicht nur alt, sondern auch krank

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Dürr und etwas strubbelig sieht dreifarbige Katzen-Oma aus, die ihren Kopf sofort für ein paar Streicheleinheiten in Position bringt. „Sie ist über 20 Jahre alt“, sagt Nicole Schädel. Eddy, ein kleiner brauner Rüde, tapst vorsichtig zwischen den Hunden und Katzen umher. Er ist fast blind, aber verschmust. Und die 13 Jahre alte Angie, ein kleiner Dackelmix, wirkt mit ihrem dünnen Körper und den treuen dunklen Augen sehr zerbrechlich. Sie alle genießen auf dem Gelände des Gnadenhofes von Nicole Schädel ihren Lebensabend - rund 50 Tiere, vom Federvieh bis zum Hund. Zwei- und Vierbeiner, die keiner mehr wollte, die zum Teil weggeworfen oder gequält wurden. Den Gnadenhof zu unterstützen, ist eine der Hauptaufgaben des Vereins „respek-Tiere“, der sich jüngst neu aufgestellt hat und sich wieder verstärkt in Sachen Tierschutz engagieren will.

Es geht sehr lebhaft zu auf dem Gelände in Hünxe. Die Tiere können sich frei bewegen oder leben in großen Gehegen. Rund 30 Katzen, 15 Hunde, dazu Hühner, Gänse, Enten, Meerschweinchen und Kaninchen. Nicole Schädel (44) hat sich immer schon um hilfebedürftige Vierbeiner gekümmert. Seit fünf Jahren betreibt sie den Gnadenhof für Tiere, die keiner mehr will - oder die aufgrund ihres Schicksals einfach nicht mehr vermittelbar sind. So wie Carsta, die achtjährige braune Bordeaux-Dogge. Schon mit vier Jahren war ihr Leben gelaufen. In einem Käfig, so groß wie ein Kaninchenstall, fristete sie als Zuchtmaschine in Belgien ein trostloses Dasein, bevor sie von einer Tierschutzorganisation befreit wurde. „Sie konnte gar nicht laufen als sie herkam und hatte Angst vor allem“, erzählt Nicole Schädel. Bis heute traut sie keinem Menschen - nur ihrem Frauchen, die ihre einzige Bezugsperson ist.

Alt und krank

Viele der Tiere sind nicht nur alt, sondern auch krank. Dackelmix Angie leidet unter einer Infektion, die immer wieder zu offenen Stellen am ganzen Körper führt. An die 2000 Euro hat Nicole Schädel schon in die Behandlung allein dieser Hündin investiert. Mit einigen hundert Euro monatlich schlägt obendrein das Futter für die Tiere zu Buche. Zu den Vierbeinern, die hier Asyl finden, gehören auch verwilderte Katzen vom ehemaligen Zechengelände in Lohberg, die nach dem Ende des Bergbaus niemand mehr fütterte. Oder ein Kaninchen, das im Mülleimer gefunden wurde.

Weil die Kosten hoch sind, unterstützt der Verein „respek-Tiere“ den Gnadenhof. Denn praktische Tierhilfe ist ein Anliegen des Vereins. Außerdem übernehmen die Mitglieder weitere Aufgaben eines Tierschutzvereins, erläutert Vorsitzende Annette Scherer. Ein neu gewählter Vorstand ist angetreten, um die Aktivitäten wieder zu intensivieren. Annette Scherer hält Vorträge, wirbt Mitglieder und Sponsoren. In Schulen und an Ständen informieren die Aktiven über Tierhaltung und ihre Arbeit, vermitteln Vierbeiner in zuverlässige Hände. Und nehmen selbst Tiere auf, so wie Annette Scherer, die mehrere Katzen beherbergt. Dank einiger Neuzugänge zählt der Verein 48 Köpfe. 100 sind das Ziel, so die Dinslakenerin. Und natürlich ist man auch über jeden Sponsor froh, denn Aufgaben gibt es genug.

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