Jubiläum

Ein Kleinod mit Kirche, Kloster und Kunst

Pater Peter Schröder, die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Rita Schäpers und der Vorsitzende Daniel Hartmann im Klostergarten.

Pater Peter Schröder, die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Rita Schäpers und der Vorsitzende Daniel Hartmann im Klostergarten.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Hamminkeln.   Marienthal feiert, genauer gesagt die kleine Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt tut es. Und sie hat allen Grund dazu. 175 Jahre ist sie alt, mit ihren derzeit 1600 Schäfchen. Damit gehört sie zu den kleinsten Pfarreien im gesamten Bistum Münster.

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Wenn Daniel Hartmann von seiner Kirchengemeinde erzählt, dann hört sich das liebevoll und vielleicht auch ein kleines bisschen stolz an. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Mariä Himmelfahrt in Marienthal spricht von einem „wirklich unvergleichlichen Kleinod“, von Kunst und Kloster, die diesem Ort ein besonderes und einmaliges Charisma verleihen. Und wirklich: Wer sich die Klosterkirche in der Dorfmitte mit ihrem alten Friedhof und, wenn sich die Gelegenheit ab und zu bietet, auch den Klostergarten anschaut, spürt das gewisse Etwas.

So groß wie Linz

Am kommenden Wochenende feiert die Pfarrgemeinde Marienthal ihren 175. Geburtstag. Dazu gratuliert am Sonntag unter anderen Weihbischof Wilfried Theising ab 10 Uhr beim Pontifikalamt. Pfarrer Hermann Fuest war es, der am 2. Mai 1839 zusammen mit anderen die eigenständige Pfarrei gründete, die einen Teil von zwei Kommunen umfasst. In Hamminkeln sind es neben Marienthal auch Brünen und Havelich, in Schermbeck Weselerwald, Dämmerwald und Damm. Insgesamt zählen 1600 Katholiken zu Mariä Himmelfahrt Marienthal, eine der kleinsten eigenständigen Pfarreien im Bistum Münster.

Räumlich betrachtet, gewinnt das Ganze dann aber an Größe. Denn immerhin erstreckt sich die Fläche über 96 Quadratkilometer, was der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz mit fast 200 000 Einwohnern entspricht. Die großen Entfernungen bekommen die Ehrenamtlichen immer vor Ostern und vor Weihnachten zu spüren, wenn sie den Pfarrbrief verteilen.

Und noch etwas ist anders in Marienthal. Denn weder Kirche noch Kloster gehören auch der Kirche, nein, sie befinden sich im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen, was geschichtliche Gründe hat: Napoleon löste das Kloster auf, die Ländereien und Gebäude gingen an Preußen und in der Rechtsnachfolge an NRW. Die drei Bewohner des Karmeliterklosters, Pater Matthias (43), Pater Peter (58) und Bruder Manfred (76), fühlen sich im Isseldorf jedenfalls sehr wohl. „Weil wir mittendrin sind“, sagt Pater Peter. „Wir sind nichts Besonderes und wollen es auch nicht sein.“ Man leiste ganz normal Hausarbeit und kaufe ganz normal ein.

Hartmann, der das Programm für das bevorstehende Patronats- und Pfarrfest vorstellte, erinnerte unter anderem auch an Pfarrer Augustinus Winkelmann als Erneuerer der sakralen Kunst. Seinem Nachlass begegnet man hier des Öfteren. Man sei stolz auf die Karmeliter als Ordensleute, die mit der Neugründung des Klosters zum Grundstein und Eckpfeiler für die heutige Pfarrei und das religiöse Leben in Marienthal geworden sind.

Märchenstunde und mehr

Das Programm (siehe Box) wird auch von Gemeindemitgliedern gestaltet. So spielt Thorsten Lehmann aus Dämmerwald am Samstag Live-Musik. Während der Sonntagsmesse singt der Marienthaler Kirchenchor, der Bislicher Dominik Giesen sitzt an der Orgel. Beim Ehemaligentreffen der Pfadfinder wird an die Zeit von 1971 bis in die 90er Jahre erinnert. Und die Märchenstunde in der Klosterkirche gestaltet der Marienthaler Rezitator Carlo Steimel mit Peter Nowitzki aus Velbert an der Orgel. Der Eintritt ist frei.

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