Kirche

Ein neues Umfeld für St. Johannes in Wesel Bislich

Pfarrer Stefan Sühling, Verwaltungsreferent Dominik Blaesing und Kirchenvorstand Franz-Wilhelm Peters (von links), stellten am Mittwoch die Umgestaltungspläne rund um St. Johannes Bislich vor.

Foto: Markus Weissenfels

Pfarrer Stefan Sühling, Verwaltungsreferent Dominik Blaesing und Kirchenvorstand Franz-Wilhelm Peters (von links), stellten am Mittwoch die Umgestaltungspläne rund um St. Johannes Bislich vor. Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Zwölf alte Linden an der katholischen Dorfkirche müssen weichen. Die Bäume drohen umzustürzen. Am Gotteshaus ändert sich im Winter einiges.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Niemand weiß genau, wie alt die Linden an der Bislicher Kirche St. Johannes sind, sie stehen seit weit mehr als 100 Jahren dort. Und sie sind zum Sicherheitsrisiko geworden, drei der zwölf Bäume sind akut umsturzgefährdet, die übrigen ebenfalls geschädigt. Das hat ein Gutachten ergeben, das die katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus in Auftrag gab. Bis Ende Oktober sollen alle zwölf Bäume gefällt sein.

Ein Spalier aus Lindenbäumen

„Linden gehören aber hierher“, erläutert Pfarrer Stefan Sühling: Ersatzbäume werden noch in diesem Winter gepflanzt. Am Spalier gezogene Linden werden den aktuell noch gekiesten Bereich vor der Kirche dann säumen – womöglich für die nächsten mehr als hundert Jahre. Wie so etwas aussehen kann, können Interessierte am Gasthaus am Jäger sehen, dort handelt es sich aber nicht um Linden, sondern um Platanen, so Sühling.

Auch die Kiesfläche, um die die Linden herumstehen, ist ein Problem, sie vergrünt zusehends. Helfen würde hier nur Chemie, Glyphosat. „Das ist für die Umwelt nicht gut. Vor allem nicht für die quasi nebenan aufwachsenden Storchenkinder“, so Sühling.

Wildblumen statt Kies

Also soll der Kies weg, auch der auf der Einfahrt rechts neben der Kirche. Die Auskofferungsarbeiten übernimmt die Firma Holemans: Sponsoring ganz praktisch, „wir haben den passenden Bagger“, sagt Thomas Derksen. Vor der Kirche soll eine blühende Wildblumenwiese den Kies ersetzen. Die Einfahrt wird mit Rasengitter belegt und eingesät. In den Beeten auf der Seite zum Kirchgarten sollen schließlich künftig Bauernhortensien blühen. Der Kirchgarten selbst bleibt von dem Projekt unberührt.

Dass viele Menschen im Dorf die alten Linden wohl vermissen werden, ist den Aktiven klar. „Es wäre aber zu gefährlich, sie länger stehen zu lassen“, sagt auch Franz-Wilhelm Peters vom Kirchenvorstand St. Nikolaus Bislich. Ohne sie werde die Kirche einen ganz neuen, ungewohnten Anblick bieten.

Ein neuer Fahrradständer soll her

Rund 45 000 Euro werden die Arbeiten kosten, das Bistum habe einen Zuschuss zugesagt – in welcher Höhe, das stehe derzeit noch nicht fest, so Pfarrer Sühling: Das Konzept stammt von Landschaftsarchitektin Christiane Eberhardt vom Bonner Büro Oekoplan, die auch bei der Verlegung der Lippemündung federführend war. Nur, dass das Bislicher Projekt um ein Vielfaches kleiner wird.

Einschränkungen wird es im Bislicher Dorfkern kaum geben. Lediglich die Fällung der Bäume könnte für Behinderungen sorgen, die Gottesdienstbesucher werden nicht weiter behelligt. Nach Ende der Arbeiten soll es einen Fahrradständer geben, damit die Wildblumen nicht zertrampelt werden: Derzeit rollen die Kirchenbesucher ihre Drahtesel ganz praktisch über die Kiesfläche und lehnen sie an die Kirchmauer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik