Verkehr

Eine blau-weiße Fahne für den Taucher im Weseler Rhein

Unter der Niederrheinbrücke geht es noch um die Beseitigung der alten Rheinbrückenreste.

Unter der Niederrheinbrücke geht es noch um die Beseitigung der alten Rheinbrückenreste.

Foto: P.H.

Wesel.   Die alte Rheinbrücke in Wesel ist bald Geschichte. Im Fluss werden die letzten Reste beseitigt, danach geht es an Land weiter.

Die Beseitigung des letzten Pfeilers der alten Rheinbrücke im Strom geht weiter gut voran. Daran hat auch das momentane Niedrigwasser seinen Anteil, so dass die komplette Beseitigung wohl wie geplant Ende September abgeschlossen werden kann. Optisch ist der Steinpfeiler ohnehin längst weg, doch unter der Wasserlinie geht’s weiter.

Diese Arbeiten werden aber nicht mehr von der extra errichteten Pontonstraße aus vorgenommen, sondern von einem Ponton, den ein Schubschiff der Weseler Firma Hülskens hin und her bewegt. Die Straße befindet sich derweil bereits im Rückbau, sagt Berthold Dünk vom Landesbetrieb Straßen NRW. Innerhalb des Spundwandkastens hat der Bagger sich komplett durchgeknabbert, an den Rändern allerdings noch nicht. Deshalb kommt seit einigen Tagen ein Taucher zum Einsatz, der sich der Stahlteile im Senkkasten annimmt. Größere Teile werden von ihm unter Wasser mit einer speziellen Technik abgebrannt, erläutert Dünk. Die kleinen, dünnen Eisen brechen dagegen einfach ab.

Warschau-Flöße für die Rheinschiffer

Befindet sich ein Taucher im Wasser, ist die blau-weiße Fahne gehisst. Das heißt: Schiffe müssen die Stelle noch langsamer als ohnehin schon passieren. So genannte Warschau-Flöße machen die Rheinschiffer auf die Baustelle seit langem aufmerksam. Auch sie bedeuten bereits eine verlangsamte Fahrt in diesem Bereich.

Ein Teil des alten Brückenpfeilers wird dem Rhein übrigens erhalten bleiben. Der extra geschaffene Trichter, der dafür sorgte, dass Abbruchmaterial nicht mit der Strömung wegfließt, erhält eine fast drei Meter hohe Rheinsohlenschicht als Überdeckung.

Auf den Spuren Napoleons

Ist die alte Rheinbrücke im Fluss Geschichte, geht es an Land weiter. Im Herbst wird zunächst die ehemalige B58-Böschung gerodet, kündigt Dünk auf NRZ-Anfrage schon einmal an. Dann sind die Archäologen gefragt, die die alte, von Napoleon gebaute Straße dokumentieren. Schließlich wird aus der zweispurigen Fahrbahn eine einspurige und die Straße damit zum Wirtschaftsweg, der Radweg entfällt. Letztlich ist der Rückbau des Widerlagers vorgesehen, und auch das langjährige Baubüro verschwindet. Am Ende wird alles so begrünt, wie im Planfeststellungsbeschluss verlangt.

>>>BLICK ZURÜCK UND NACH VORN

Seit dem 30. November 2009 ist die neue Rheinbrücke, die Niederrheinbrücke, in Betrieb. Fast neun Jahre später sind die Spuren des alten Übergangs immer noch zu sehen. Doch jetzt könnte es schnell gehen, es sei denn, die Archäologen entdecken Interessantes, was zu weiteren Verzögerungen führt.

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