Musik

Eine Klavierstunde bei den Profis im Bühnenhaus in Wesel

Merit Schlehbusch übte mit David (rechts) und Götz (Mitte) am Flügel. 

Foto: Gerd Hermann

Merit Schlehbusch übte mit David (rechts) und Götz (Mitte) am Flügel.  Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Merit Schlebusch lernte einiges vom Pianistenduo David & Götz - zum Beispiel, wie ein und die selbe Tonfolge verliebt oder auch wütend klingt.

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Schon seit einigen Jahren hat es sich das Pianistenduo „David & Götz“ zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs am Klavier zu fördern. Vor Auftritten der beiden Pianisten wird eine Klavierstunde mit einem jungen, angehenden Pianisten verlost. Am Samstag war es für Merit Schlebusch soweit: Auf der Bühne des Bühnenhauses hatte die Zwölfjährige im Rahmen einer NRZ-Aktion Gelegenheit, die beiden Pianisten kennenzulernen und sich Tipps für ihr Klavierspiel geben zu lassen.

Erstmal kennenlernen

Zunächst ist es ungewohnt, in einem so großen Saal auf einem mehr als zwei Meter langen Flügel zu spielen, aber Merit blieb cool: „So schwer ist die Umstellung nicht“, beteuerte die Schülerin des Konrad-Duden-Gymnasiums. Die beiden „Lehrer“ des Nachmittags taten ihr Bestes, um für Entspannung zu sorgen: „Ich tue so, als würde ich gar nicht zuhören“, beruhigte Götz Östlind die Siebtklässlerin. Zunächst mussten sich die Akteure auch erst einmal kennenlernen. Zum anderen Hobby von Merit, dem Turnen, fiel Davis Harrington nur ein Trauma seiner Jugend ein: „Bei den Bundesjugendspielen habe ich für einen Unterschwung am Reck nur zwei Punkte bekommen. Ich bin total unsportlich.“

Dann ging es zur Sache: Zunächst übernahm Götz Östlind die Aufgabe, sich zusammen mit Merit über einige technische Details zu unterhalten. Einen Satz aus einer Sonate von Mozart hatte sich die Gymnasiastin ausgesucht – und danach ein Stück von Ludovico Einaudi. „Versuch, das Handgelenk bei Tonleitern ruhig zu halten“ war ein Tipp, ein anderer war, sich ein Metronom anzuschaffen, damit das Tempo eines Stücks stabil bleibt. Und vor allem: „Laut und langsam üben“ - eine Anregung, die bei Nachbarn nicht in allen Fällen auf Begeisterung treffen wird...

Auch die richtige Lautstärke ist wichtig

Und neben den richtigen Tönen ist es ja auch noch wichtig, in der richtigen Lautstärke zu spielen – und das auch noch mit verschiedenen Lautstärken von rechter und linker Hand: Ganz schön viel auf einmal für die Zwölfjährige, die sich alle Mühe gab, die vielen Anregungen umzusetzen – und teilweise gelang das schon überraschend gut.

Nach soviel Input von Götz Östlind war es noch nicht vorbei: David Harrington übernahm und gab Merit einige musikalische Anregungen. „Niemand kann das Stück genauso spielen wie du“, machte er der jungen Pianistin Mut. In seiner Hälfte der Klavierstunde ging es zunächst einmal darum, zu zeigen, wie leise und wie laut so ein Konzertflügel überhaupt klingen kann. Dann gab es eine „verliebte“ und eine „wütende“ Fassung des Einaudi-Stücks von Merit – und als krönenden Abschluss eine Konzertfassung mit anschließendem Üben der Verbeugung, natürlich mit Live-Applaus der Eltern von Merit.

Am Hobby festhalten

„Jetzt kommt für dich die Zeit, in der die Schule ganz viel Arbeit macht. Vergiss darüber dein Hobby Musik nicht“, gaben die beiden Pianisten der Schülerin noch mit auf den Weg und versprachen ihr noch signierte CDs am folgenden Konzertabend. Für Merit wird es ein anregender, aber auch anstrengender Nachmittag gewesen sein, an dem sie ein richtig professionelles Klavierduo kennenlernen konnte.

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