Umweltschutz

Eine Schermbecker Erfindung – das Gahlener Müll-Sammel-Rad

Bereit zur Abfahrt: Christian Arndt ist startklar.

Bereit zur Abfahrt: Christian Arndt ist startklar.

Foto: Gaby Eggert / NRZ

Schermbeck.  Es klingt wie eine Kunstaktion, ist aber ein sehr sportlicher Beitrag zum Umweltschutz: „the_rubbish_bike“ heißt das Projekt von Christian Arndt.

Christian Arndt aus Gahlen nennt sein Projekt „the_rubbish_bike“ – also das Müll(Sammel)-Fahrrad. Er ist seit mehr als 30 Jahren beim Radsportclub Dorsten aktiv und natürlich fährt er auch sonst viel mit dem Rad. Und er ist dabei in Sachen Umweltschutz unterwegs.

Viele Kilometer macht er dadurch auf dem Zweirad im Jahr – eigentlich wird alles, was im Alltag möglich ist, mit dem Rad erledigt.

Jede Menge Unrat am Wegesrand

Dabei sieht er natürlich, was Zeitgenossen so von sich schmeißen und am Wegesrand liegen lassen: Plastikmüll, Verpackungen, Pizzaschachteln, Kaffeebecher, massenhaft Zigarettenkippen, Getränkedosen, Schnapsflaschen und vieles mehr.

Als er dann vor einiger Zeit mit seiner Frau zu seinem Wohnwagen auf dem Campingplatz nach Haltern fuhr, kam ihm die Idee, den Müll bei den Touren einzusammeln. „Ich kann den Anblick nicht ertragen“, sagt er.

Von Haus aus ist er „der geborene“ Tüftler und schnell kam ihm die Idee, einen Fahrradanhänger entsprechend auszustatten: Mit Mülltonne, Greifzangenbehälter, einer Tasche für Besen und Kleinkram und einer Werkzeugtasche.

Gar nicht so viel Aufwand

„Das war gar nicht so viel Aufwand“, sagt er. Sein Ziel: „Einen Beitrag leisten, damit die Natur sauberer wird – am liebsten wäre ihm aber, dass erst gar kein Müll in die Natur geworfen wird.“

Das Gefährt nennt er seitdem „therubbishbike“. In der Praxis gestaltet sich das nun so, dass er zum Aufsammeln des Unrats immer absteigen muss, um den Unrat hinten in die Tonnen zu schmeißen. „Besser wäre es natürlich, so etwas wie ein Lastenfahrrad zu haben“, sagt Christian Arndt. Damit könne man im Fahren greifen und den Müll vorne entsorgen, ohne unbedingt absteigen zu müssen.

Aber diese Anschaffung sei zu teuer, bedauert er. Er hoffe, dass die Anschaffung langfristig über Sponsoren, die den Umweltgedanken unterstützen möchten, funktioniere. Sein Vorhaben sind Fahrradtouren mit Menschen, die Lust haben, sich ihm bei der Säuberung der Landschaft anzuschließen. Zumindest seine Frau habe er bereits mit dem Sammelfieber angesteckt.

Erste Sammeltour am 19. September

Die erste gemeinsame Tour ist für den kommenden Samstag, 19. September, geplant. Einzige Voraussetzung: kein Dauerregen. Treffen ist um 9 Uhr an der Kirchstraße 60 in Gahlen. Abfahrt wird dann gegen 9.20 Uhr sein. Jeder kann hier mitfahren. Das Müllsammeln unterwegs ist natürlich erwünscht, aber kein Muss, erklärt Christian Arndt.

Jeder sollte sich selbst mit Handschuhen, Mundschutz und Desinfektionsmitteln ausstatten. Und auch für die Verpflegung muss jeder selbst sorgen. Als Länge der Strecke nennt der umweltbewusste Radler etwa 30 Kilometer.

Und wohin dann mit dem Müll? Auch hier hat Christian Arndt eine Lösung gefunden: „Da wir vom RSC einen guten Kontakt zum Dorstener Bürgermeister Tobias Stockhoff haben und die Strecken doch oft durch Dorsten führen, habe ich ihn gefragt, ob ich den Müll dort am Entsorgungshof abladen kann“. Und der Dorstener Bürgermeister habe innerhalb ganz kurzer Zeit seine Unterstützung zugesagt.

Mittlerweile hat Arndt bereits mit dem Leiter des Betriebs Kontakt aufgenommen und die erste Müllladung dort abgegeben. Insgesamt hat er zwei Strecken im Blick „Sie sind aber nicht in Stein gemeißelt, ich bin für Vorschläge offen“, sagt er.


>>> DER SPORTLICHE UMWELTSCHÜTZER SUCHT GLEICHGESINNTE:

Seine Ziele formuliert Christian Arndt so: „Wir wollen die Rad - und Wanderwege sauberer machen und sauber halten. Mit dem Fahrrad fahren wir dann jeweils Rad- und Wanderwege ab und sammeln dort den Müll ein. Zweimal im Monat ziehen wir los und starten eine Ausfahrt – ganz im Zeichen des Müllsammelns.“

Ganz grob werden die radelnden Müllsammler zwischen Schermbeck und Haltern am See unterwegs sein. Es sollen auch regelmäßig Rad-Ausfahrten angeboten werden, bei denen man sich anschließen kann. Mehr über das Projekt und die Termine gibt’s online unter https://therubbishbike.jimdofree.com/.

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