Kunst

Einladung in das künstlerische Zuhause der Gruppe Z6+

Hier geht’s rauf zur Kultur: Der Großteil der Z6-Künstlerinnen und -Künstler, die in der Zitadelle ausstellen. Foto: Peggy Mendel / WAZ FotoPool

Hier geht’s rauf zur Kultur: Der Großteil der Z6-Künstlerinnen und -Künstler, die in der Zitadelle ausstellen. Foto: Peggy Mendel / WAZ FotoPool

Wesel.   Die Gruppe Z6+ öffnet wieder ihre Atelier-Türen in der Zitadelle. Erneut sind Gäste dabei, gibt es Vielfalt, aber auch einzelne Schwerpunkte.

Diejenigen, die bei Z6 an ein Auto denken, werden immer weniger. Dass es sich um eine Künstlergruppe handelt, hat sich weitgehend herumgesprochen. Und auch, dass die zu Z6+ erweiterte Gruppe immer mal wieder in ihr künstlerisches Heim im alten Zitadellengebäude einlädt. So auch am kommenden Wochenende. Wieder mit Kunst schaffenden Gästen, wieder mit vielfältigen Neuigkeiten und Überraschungen und wieder mit dem speziellen Atelier-Ambiente mit Künstler-Plausch, Plätzchen, Sekt und Musik.

Kulturnacht als Kontaktbörse

Pierre Bailly zählt ebenso zum „alten harten Kern“ wie Karin Denecke, Ron Franke, Anja Weinberg und inzwischen auch Jürgen Bosmann. Mitsamt der Gäste - je einen präsentiert je ein Gruppenmitglied - zeigen 16 bildende Künstlerinnen und Künstler aus Wesel und Umgebung ihre Werke. Unter anderem der Markt der Künste im Rahmen der Kulturnacht hat sie zusammengeführt.

Wie zu erwarten und wie beabsichtigt, dominiert die Vielfalt. Und doch lassen sich Schwerpunkte und Verbindungen erkennen. Ruhe und Konzentration nennt Lisa Frenthoff-Köpp das, was ihre weißmonochromen Werke ausstrahlen. Karin Denecke schließt da an, indem sie bei ihren Nahaufnahmen mit der Kamera zwar auch Bewegung eingefangen hat, aber auch Ruhendes, scheinbar Starres zeigt - alles in allem Vergängliches, das bei dieser Art der Betrachtung dennoch seinen ästhetischen Reiz hat. Auch Ulrich Schwalb hat Vergängliches aus Oberflächenstrukturen fotografiert und so „stille“ Bilder entstehen lassen. Und noch ein Zugang zur Ruhe im Natürlichen: Jürgen Bosmann hat Tang- und Algenformationen in der Nordsee abgelichtet und präsentiert sie auf Leinen.

An diesen Faden lässt sich anknüpfen: Anne Kunze tut es mit einer ästhetischen Rauminstallation, die zugleich indes aufrüttelt. Das Thema Vergänglichkeit erhält bei ihr einen aktuellen, auch politischen Aspekt - zwischen der Überfluss- und Wegwerfgesellschaft auf der einen und den Hungersnöten auf der anderen Seite. Jennifer Horn hat „Menschen aus meinem Leben“ gemalt, Menschen, die unter extremem Leidensdruck stehen, von Problemen, Ängsten, Sucht gezeichnet.

Die Fotografen sind gut vertreten. Miguel Weidemann arbeitet rein analog und fast ausschließlich in Schwarzweiß. Auch er animiert zum Hinsehen: mit Porträts ehemals Nichtsesshafter. Gabriele Kremer hingegen nutzt die Digitaltechnik und experimentiert gerne am PC. Eine von zwei Serien, die sie zeigt, widmet sich dem Thema Märchen. Micha Dierks, dessen Atelier sich auf der anderen Seite des Haupttorgebäudes befindet, hat sich der virtuellen Kunst und damit Neuem zugewandt. Seine 3-D-Skulpturen entspringen dem Computer.

Die Schützen im Blick

Beate Florenz-Reul hat bei den Schützen genau hingesehen und teils recht bizarre Details skizziert. Modedesignerin Nora Sorokina präsentiert Zeichnungen und Fotos, Dennis Thal Bilder von Aquarell bis digital, Anja Weinberg Holzskulpturen, der Xantener Ralf Neuköther-von Malottki Skulpturen und Objekte in Verbindung von Treibholz, Stahl und anderen Materialien. Am Sonntag spielt seine Tochter Lys auf der Querflöte Bach und Mozart. Ab 17 Uhr am Samstag sind die Trommler um Stefan Schnelting zu hören.

Die Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers im Zitadellen-Haupttorgebäude am Samstag, 19. November, von 17 bis 21 Uhr und am Sonntag, 20. November, von 15 bis 18 Uhr.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben