Rücktritte

Eklat bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hamminkeln

Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hamminkeln, Konrad Deckers, hier bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Januar, hat seinen Rücktritt zum nächstmöglichen Zeitpunkt erklärt.

Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hamminkeln, Konrad Deckers, hier bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Januar, hat seinen Rücktritt zum nächstmöglichen Zeitpunkt erklärt.

Foto: Gerd Hermann

Hamminkeln.   Wehrleiter Deckers hat seinen Rücktritt eingereicht. Auslöser ist der Brandschutzbedarfsplan. Risse zwischen Stadt und Wehr gab es schon vorher.

Der Eklat ist da. Pünktlich vor dem Brandschutztag am Sonntag, der an der Rettungswache am Daßhorst noch einmal richtig Werbung für die Freiwillige Feuerwehr in Hamminkeln machen sollte, schmeißt der Chef der Truppe hin. Konrad Deckers, zur Zeit erkrankt, hat bei Verwaltungsvorstand Robert Graaf schriftlich seinen Rücktritt erklärt - zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Sein Stellvertreter Wolfgang Sack will sein Amt, wie angekündigt, zum Jahresende aufgeben. Beide kommen aus dem Löschzug Dingden.

Neben gesundheitlichen Problemen dürfte vor allem die Erstellung des neuen Brandschutzbedarfsplans der endgültige Auslöser für den Rücktritt sein. Doch der Dissens zwischen Verwaltung und Wehrleitung entzündete sich schon früher. Im Zuge der Debatte um die Sicherheitslage an der geplanten Betuwelinie hatte Konrad Deckers die geplante Stationierung eines Hytrans-Fire-System-Löschfahrzeug (Großpumpe auf Rädern) in Mehrhoog begrüßt, während Politik und Verwaltung die Stationierung abgelehnt hatten, weil die Wasseraufnahme aufgrund der Entfernung zum Reeser Mehr zu lange dauern würde. Hier offenbarten sich die ersten Risse.

Deckers fordert Nachbesserungen

An der 2. Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans hatte die Firma Safe Tec Consulting mit Unterstützung von Verwaltung und Feuerwehrleitung schon dem letzten Jahr gearbeitet, bevor am 3. August die Freigabe des Entwurfs seitens der Verwaltung erteilt wurde. Die Stellungnahme der Wehrführung datiert allerdings erst vom 30. August.

Hierin beklagt Konrad Deckers unter anderem, dass der Entwurf nur in Papierform vorlag und es wohl Änderungen gegeben habe, die so nicht ersichtlich seien. In Abstimmung mit den Löschzug- und Löschgruppenführern forderten Deckers unter anderem den Kauf eines Einsatzleitfahrzeugs, „Zusatzmaßnahmen“ für Führungskräfte, wenn ein Bereitschaftsdienst in diesem Bereich eingeführt wird, die Einbeziehung der übergeordnete Behörden in die Erstellung des Plans und diverse andere Änderungen.

Graaf kritisiert die Einlassungen Deckers

Die Antwort des zuständigen Beigeordneten Robert Graaf folgte auf den Fuß. Darin wirft er Deckers vor, im Vorfeld noch auf das jetzt geforderte Einsatzleitfahrzeug verzichtet zu haben, an entscheidenden Sitzungen nicht teilgenommen und die Stellungnahme nicht rechtzeitig abgegeben zu haben.

Graaf, selbst Feuerwehrmann, ärgert sich außerdem darüber, dass in Deckers Stellungnahme die Kernbotschaft des Brandschutzbedarfsplans, die hochmotivierte und vorbildlich ausgestattete Feuerwehr nicht gewürdigt wurde. Das war dann wohl zuviel des Guten. Deckers erklärte seinen Rücktritt. Nachzulesen ist der Schriftwechsel im Ratsinformationssystem der Stadt.

Soll geht es bei der Hamminkelner Feuerwehr weiter

Die Stadt hat bereits Kreisbrandmeister Udo Zurmühlen kontaktiert und will alle 280 Feuerwehrleute zur Anhörung in die Wertherbrucher Bürgerhalle einladen. Aus diesem Kreis sollen die Wehrleute neue Kandidaten für die Wehrleitung vorschlagen. Kandidaten mit entsprechender Qualifikation gibt es, versichert Robert Graaf.

Ausgehend von diesem Meinungsbild, schlägt der Kreisbrandmeister dann seinen Kandidaten für die Wehrleitung vor, der wahrscheinlich in der Dezembersitzung vom Stadtrat bestellt oder abgelehnt wird. Wobei letzteres sehr selten vorkommt. Bis dahin bleiben Konrad Deckers und sein Stellvertreter Wolfgang Sack im Amt.

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