Soziales

Elternkreis Schermbeck bietet tolle Aktionen für Behinderte

Der Elternkreis für Eltern mit behinderten Kindern auf der Kegelbahn der Gaststätte Overkämping.

Der Elternkreis für Eltern mit behinderten Kindern auf der Kegelbahn der Gaststätte Overkämping.

Foto: Erwin Pottgiesser

Schermbeck.   Vor 40 Jahren gründete sich der Elternkreis für behinderte und nicht behinderte Kinder. Auch im Jubiläumsjahr laufen viele gemeinsame Aktionen.

„Anfang der 70er Jahre gab es noch gar keine Behinderten-Arbeit“, sagt Hans Zelle. Der 88-Jährige erinnert sich noch genau an die Gründung des Schermbecker Elternkreises für behinderte und nicht behinderte Kinder im Jahr 1979. Seine Frau Lore war die erste Vorsitzende dieses Kreises, der zurzeit rund 50 Mitglieder zählt und aktuell in seinem Jubiläumsjahr zum 40-jährigen Bestehen seinen „Kindern“ wieder einiges bietet, wie Anke Hoyer vom Vorstand des Elternkreises erläutert.

Allerdings muss sie bei dem Wort „Kinder“ leicht schmunzeln: „Mein Kleiner ist jetzt auch schon 25 Jahre alt, andere sind sogar noch deutlich älter – aber unsere Kinder bleiben sie immer.“ Durch ihre Behinderung sind sie „wie Fünfjährige“, sagt Hoyer. „Sie brauchen einfach immer einen Babysitter.“

Ihr Sohn Stefan greift an diesem Nachmittag auf der Kegelbahn der Schermbecker Gaststätte Overkämping voller Begeisterung zur Kugel und nimmt die Kegel ins Visier - er steigert sich richtig in den Wettkampf hinein. Doch Tagessieger wird Julian, der sich freut wie ein kleines Kind, obwohl auch er schon lange keines mehr ist – zumindest vom biologischen Alter her. Alle „Kinder“ sind hier volljährig, mache sogar schon 60 Jahre alt.

Und alle freuen sich wie Bolle auf die vielen Aktivitäten, die der Elternkreis anbietet. Monatlich gibt es neben dem Kegeln auch ein Familientreffen im Evangelischen Jugendheim.

Karneval, Zoobesuche und Jubiläumsfeier

Übers Jahr verteilt gibt es zahlreiche besondere Aktionen: Klar, dass der Schermbecker Kreis da auch karnevalistisch aktiv wird: Am kommenden Samstag, 16. Februar, fahren die Schermbecker zum „Karneval Kunterbunt“, wenn in der Weseler Niederrheinhalle Menschen mit und ohne Behinderung ausgelassen miteinander feiern.

Für März ist ein Osterkaffee in Schermbeck geplant, ehe es im April wieder auf Reise geht: Dann geht die Fahrt zum Naturzoo in Rheine. Darauf freut sich Stefan Hoyer ganz besonders: „Zoos machen mir ganz besonderen Spaß – einmal durfte ich sogar eine Robbe füttern.“ Seine Augen strahlen bei dieser Erzählung – sowas hinterlässt bleibende Eindrücke.

Genauso schwärmt seine Mutter Anke Hoyer noch heute von einem Besuch des Weezer Flughafens: „Wir durften mit dem Bus über die voll beleuchtete Start- und Landebahn fahren. Das war ein unglaubliches Gefühl.“ Eine Jubiläumsfeier hat der Elternkreis für August geplant – mit einem Gottesdienst und Fest im Pfadfinderheim.

Gabriele Schwarz hat im Oktober den Vorsitz von Anke Hoyer übernommen. Sie sagt: „Uns ist es ein ganz großes Anliegen, dass es noch lange weitergeht. Eigentlich sind wir gar kein Elternkreis, sondern mittlerweile ein Freundeskreis aus Menschen mit und ohne Behinderung .“ Und: „Wo wir sind, da ist immer Stimmung!“

>>> LEITMOTIV: EINANDER VERSTEHEN – MITEINANDER LEBEN

Dank des Einsatzes des Elternkreises entstand in Schermbeck das Haus Kilian – ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Noch immer laufen einige gemeinsame Aktivitäten – stets unter dem Leitmotiv „Einander verstehen – miteinander leben.“

Eltern, aber auch Geschwister oder Betreuer von Behinderten sind eingeladen, Mitglied bei dem Elternkreis zu werden. Informationen erteilen Gabi Schwarz ( 02853-954650), Simone Weber ( 02853-5655) und Anke Hoyer ( 02853-955214).

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