Stadtentwicklung

Es tut sich was an der Brache neben Hamminkelns Rathaus

Es gibt neue Pläne für das Gelände an der Blumenkamper Straße neben dem Rathaus.

Es gibt neue Pläne für das Gelände an der Blumenkamper Straße neben dem Rathaus.

Foto: Lucas Bayer

Hamminkeln.   Ein Projektentwickler möchte seine Pläne der Politik vorstellen. Damit könnte in den jahrelangen Stillstand dort wieder Bewegung kommen.

Es ist eines der wenigen noch verbliebenen Filetstücke in der Hamminkelner Innenstadt. Das lange Grundstück, das sich von der Blumentaler Straße rechts neben dem Rathaus bis hin zur Brüner Straße zieht. Viele Ideen sind rund um das Areal entstanden und wieder verworfen worden. Zuletzt hatte der Stadtrat 2015 eine Veränderungssperre für das Gelände verhangen, um „unerwünschte bauliche Entwicklungen zu verhindern“.

Denn für das Gelände existierte ein alter Bebauungsplan, der die Pläne der Stadt mit ihrem Einzelhandelskonzept konterkariert hätte. Die wollte und will keine kleinteilige Lösung, wie sie jetzt mit Wohnhaus, alter Schmiede und Scheune existiert, sondern ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Grundstücksbesitzer.

Eigentümer und Investor sind sich einig

Dabei soll vor allem der geplante Einzelhandel nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Geschäften treten und möglicherweise Leerstand produzieren, sondern das jetzt existierende Angebot vor Ort ergänzen und attraktiver machen, wie Bürgermeister Bernd Romanski gegenüber der NRZ erläuterte. Nicht betroffen ist die Streuobstwiese an der Brüner Straße, die, so ist es seit langem der Wille der Kommunalpolitik, den dörflichen Charakter von Hamminkeln unterstreichen soll und so etwas wie ein ökologisches Dorfentree bildet.

Schon der damalige Bürgermeister Holger Schlierf hatte das Gespräch mit den Grundstückseigentümer gesucht, seitdem hat die Stadtverwaltung „mehrere Runden gedreht“, so Romanski. Augenscheinlich erfolgreich, denn der Knoten scheint geplatzt sein, die Eigentümer und ein Investor haben bei der Verwaltung eine erste Planung vorgelegt.

Auch die evangelische Kirche sperrt sich nicht

Auch bei der evangelischen Kirche an der Issel hat der Investor bereits im Sommer 2017 seine Fühler vorgestreckt, denn deren Pfarrhaus und Gemeindebüro liegen auf 4000 Quadratmetern an der Brüner Straße direkt neben dem Areal für das Bauvorhaben. Prinzipiell, so Pfarrer Stefan Schulz, sei die Gemeinde nicht abgeneigt. Aber sie habe schon einige Bedingungen. So müsste der Investor ein anderes gleichwertiges Pfarrhaus und Gemeindebüro in Innenstadtnähe anbieten können.

Das Pfarrhaus aus dem Jahr 1798 ist bereits vom Denkmalschutz überprüft und für „nicht denkmalwürdig“ befunden worden, weil, so Stefan Schulz, in der Vergangenheit viel modernisiert und angebaut wurde. Das ist also kein Hinderungsgrund, aber auf dem Gelände befinden sich Bodendenkmäler, die bei Planungen entsprechend berücksichtigt werden müssten.

Am 29. November kommt der Investor

Die konkreten Ideen und Vorstellungen wollte der Projektentwickler ursprünglich in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am Mittwoch, 14. November, um 17 Uhr vorgestellt werden, doch der Mann ist erkrankt. Allerdings pressiert das Projekt, weil die Veränderungssperre nur noch bis Mai 2019 greift und nicht verlängert werden kann.

Deshalb hat die Stadtverwaltung nun eine Stunde vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (17 Uhr) am Donnerstag, 29. November, eine Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung angesetzt, damit der Entwickler das Projekt persönlich der Kommunalpolitik vorstellen kann.

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