Eselrock

Eselrock-Festival: Riesenparty im Heubergpark Wesel

Die Band Edison Park spielte am ersten Festival-Tag.

Die Band Edison Park spielte am ersten Festival-Tag.

Wesel.   Zahllose kleine Rädchen griffen organisatorisch wieder ineinander: Eselrock begeisterte rund 6500 Zuhörer an beiden Festival-Tagen.

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Als am Freitag um kurz nach 17 Uhr die ersten Besucher auf das Eselrock-Festivalgelände schlenderten, gingen noch viele skeptische Blicke nach oben: Die Nachrichten von schweren Unwettern in Teilen NRWs hatten längst die Runde gemacht. Wie immer in den letzten Jahren erwiesen sich die Sorgen als unbegründet.

„Dieses Jahr haben wir einfach darauf spekuliert, dass es gut geht – und erst gar keine Ponchos gekauft“, erzählt Laura Hebing-Bovenkerk, die sich während des Festivals vor allem um den Backstage-Bereich gekümmert hat. Das Risiko hat sich gelohnt, pünktlich zum Auftritt von „Edison Park“, die das Festival eröffnen, bricht auch die Sonne durch die Wolken – und bleibt.

Es fühlt sich an wie ein Familientreffen

Das Gelände im Heubergpark füllt sich langsam, die Stimmung ist sehr entspannt, teilweise erinnert das Festival an ein Familientreffen. Das Duo „Das Lumpenpack“ sorgt dafür, dass es sich anfühlt wie ein sehr lustiges Familientreffen. Mit Texten über die kleinen und großen Probleme, mit denen sich Mittzwanziger herumplagen müssen, und Unmengen an Konfetti erobern sie auch ohne große Band den Heubergpark: „Zu 70 Prozent sind vor allem die Texte relevant“, erklärt Jonas Meyer schon, bevor es losgeht.

Wesentlich wichtiger ist die Musik bei „Selig“, die den ersten Festivaltag beenden und für viele das Highlight sind. „Am Freitag hatten wir ein bisschen älteres Publikum als sonst – das lag bestimmt an ‚Selig’“, schätzt Hebing-Bovenkerk. Zum Ende hin sei es wirklich voll gewesen, ergänzt Simon Bleckmann, einer der Festivalgründer: „Von der Maximalkapazität von 3000 Leuten waren wir nicht mehr weit weg.“

Viele packen mit an, damit die Party gelingt

Der Samstag begann etwas ruhiger, aber trotzdem mit sehr guter und – das ist den Veranstaltern besonders wichtig – friedlicher Stimmung. Trotz der hohen Temperaturen habe es auch keine größeren DRK-Einsätze gegeben, ein gutes Zeichen. Während auf den zwei Bühnen die Bands wechselten, griffen im Hintergrund zahllose kleine Rädchen ineinander. Knapp 100 Helfer waren an den zwei Tagen im Einsatz, Tamara (25) ist seit neun Jahren dabei: „Es kommen immer wieder neue Leute dazu, die dann ein paar Jahre bleiben – aber eben auch alte Bekannte.“

Der Kontakt sei aber längst nicht mehr auf das Festival beschränkt: „Da entstehen natürlich auch Freundschaften“, sagt sie. Es sind vor allem viele junge Menschen, die sich für das Festival in ihrer Stadt einsetzen. Nachwuchsprobleme gibt es keine. „Es ist gut, wenn sich jemand, der koordiniert, überflüssig macht“, freut sich Simon Bleckmann über seine eigene Situation: „Es sind einfach wahnsinnig viele Jungs und Mädels, die angepackt haben.“ Er selbst ist diesmal vor allem für die Moderation zuständig: „Da gibt es viele, die mehr reißen als ich.“

Aufräumen mit Ringen unter den Augen

Während die Besucher nach der großen Party der Hamburger Band „Le Fly“, die ihre Musik passenderweise als „St. Pauli Tanzmusik“ bezeichnet und den Park mit Ska-, Hip-Hop und Rockelementen noch einmal zum Kochen bringt, auf den Heimweg machen, beginnt für die Helfer jetzt der unangenehmere Teil: Das Aufräumen. Ab 9 Uhr kommen sie wieder zum Gelände, teilweise mit dunklen Augenringen – ein gelungenes Festival muss auch gefeiert werden.

„Bis 15 Uhr wollen wir hier fertig sein“, sagt Laura Hebing-Bovenkerk. Wie bei allen anderen Helfern und Helferinnen hat ihr Sonntag danach nur noch einen Programmpunkt: Ausruhen. Denn die meisten von ihnen müssen Montag wieder zur Schule, in die Universität oder zur Arbeit.

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