Kirche

Folgen des Blitzschlags im Willibrordi-Dom Wesel

Die Orgel des Willibrordi-Doms hat gelitten. Ein Blitz zerstörte die Computerelemente des Instruments.

Die Orgel des Willibrordi-Doms hat gelitten. Ein Blitz zerstörte die Computerelemente des Instruments.

Foto: Erwin Pottgiesser / FFServices

Der Willibrordi-Dom Wesel leidet noch an den Folgen des Blitzschlags: Die Beschallung wird erneuert, die Orgel muss aufwändig repariert werden

Wesel. Eigentlich klingt es wieder ganz heil, das Glockenspiel am Willibrordi-Dom. Nach dem Blitzschlag am 19. Juni kurz vor 19 Uhr hatte es wochenlang geschwiegen. Seinerzeit erwartete man, dass das bis zum Herbst auch so bleibt.

Eine holländische Spezialfirma hat sich um das Glockenspiel gekümmert. „Bis auf zwei kleine Glocken ist es wieder in Ordnung“, sagt Domküster Volker Blennemann. Das ging schneller als ursprünglich befürchtet.

Vorübergehend andere Beschallungsanlage für die Stadtkirche

Trotzdem ist längst nicht alles gut am Willibrordi-Dom. Am Donnerstag war Blennemann gemeinsam mit einer Fachfirma damit beschäftigt, eine vorübergehende Beschallung im Dom zu installieren. Die alte Anlage hatte ebenfalls unter dem Blitzschlag gelitten. Jetzt soll der Hörgenuss in der Stadtkirche wieder ungetrübt werden. „Diese Ersatzbeschallung ist für zwei bis drei Monate gedacht“, erläutert Blennemann, „es soll danach eine neue kommen“. Ein Provisorium also.

Bleibt das Problem mit der defekten Orgel. Wie berichtet, hatte der Blitz die computergesteuerten Teile des Instruments irreparabel zerstört, Registrierungen und Spielhilfen werden dort gewöhnlich gespeichert. Zwar ist das Instrument noch bespielbar, aber eben nur manuell. Das ist bis heute so, denn für das rund 20 Jahre alte Gerät gibt es keine Ersatzteile mehr.

Dänischer Orgelbauer kümmert sich um das Instrument

Die Orgel steht unter der Obhut des dänischen Orgelbauunternehmens Marcussen, das sie auch hergestellt hat und regelmäßig wartet. Sie wird die Steuerung der Weseler Domorgel aufwändig erneuern müssen, eine kostspielige Angelegenheit, die einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Der gewaltige Blitz, der am 19. Juni den Dom traf, hatte seinerzeit 80 Glühbirnen durchbrennen lassen, die Telefonanlage funktionierte nicht mehr und die Überspannung hatte die Schäden an Orgel und Glockenspiel verursacht. Der Blitzschutz der Stadtkirche konnte das nicht verhindern, zu groß war die Spannung. Aber er sorgte dafür, dass kein Feuer ausbrach.

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