Naturschutz

Forstarbeiter stutzen Gehölz in der Dingdener Heide

Mit Motorsensen kürzen die Mitarbeiter die Gehölze in der Nähe der Alten Schanze, um so für Wat- und Wiesenvögel die Gegend als Nistgebiet attraktiv zu machen.

Foto: Erwin Pottgiesser

Mit Motorsensen kürzen die Mitarbeiter die Gehölze in der Nähe der Alten Schanze, um so für Wat- und Wiesenvögel die Gegend als Nistgebiet attraktiv zu machen.

Hamminkeln.   Die Zahl der Brutvögel ist rückläufig, weil Wiesenvögel offene Flächen an den Blänken mögen. Dieser Zustand wird jetzt wieder hergestellt.

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Für eine Woche beherrscht der Lärm der Motorsensen einen Teil der Dingdener Heide im Bereich der Alten Schanze. Hier blickt der Besucher auf eine vermeintlich offene Heidelandschaft mit künstlich angelegten Gewässern, den so genannten Blänken. Ein idealer Nistplatz für Wat- und Wiesenvögel. Immerhin ist das Naturschutzgebiet Dingdener Heide eine der größten Brutstätten in Nordrhein-Westfalen. Doch wie passt der Lärm der Motorsensen in dieses Idyll?

Entkusselung ist das Stichwort. Ein Begriff, der eigentlich nur Forstwirten und engagierten Naturschützern etwas sagt, aber einen Vorgang beschreibt, der durchaus auch Normalsterblichen bekannt ist. Entkusseln heißt nichts anderes, als Gehölz zu entfernen, auf den Stock zu setzen. Und genau das machen die Mannen des Forstbetriebs von Franz Knipping aus Hamminkeln.

Förderung zur Entwicklung des ländlichen Raums

Auftraggeber ist die Stiftung Büngersche/Dingdener Heide, fachlich begleitet wird die Entkusselung von Thomas Traill von der Biologischen Station des Kreises Wesel. 50 000 Euro kostet die Maßnahme, zu 90 Prozent gefördert durch das EU-Programm ELER, was für Entwicklung des ländlichen Raums steht. Die restlichen zehn Prozent übernimmt die Stiftung.

Doch warum das Ganze? „Der Bestand an Wat- und Wiesenvögeln ist in der letzten Zeit zurück gegangen“, hat Thomas Traill festgestellt und Joachim Fuchs, Geschäftsführer der Heide-Stiftung ergänzt: „Die Vögel mögen die großen Büsche nicht. Sie denken, dass sich hier ein Räuber, wie der Fuchs, verstecken könnte.“ Deshalb blieben Brutpaare in den letzten Jahren aus.

Wasserbüffel sollen grasende Pfleger werden

Also mussten landschaftspflegerische Maßnahmen her. Und genau die laufen jetzt. Wobei die Beteiligten Glück mit dem Wetter haben, denn bei dem Regen der letzten Wochen wären diese Arbeiten nicht möglich gewesen. Sobald es wärmer wird, sollen sechs bis zehn Wasserbüffel grasend dafür sorgen, dass die störenden Gehölze nicht so schnell wieder auftauchen.

Ziel der Heide-Stiftung ist es, im Rahmen des Projekts Zeitreise, die wichtigsten Epochen der Landschaftsgeschichte der letzten 650 Jahre wieder lebendig werden zu lassen, sollen Landschaftsbild und Landnutzung in Teilbereichen der Dingdener Heide so anschaulich rekonstruiert werden, dass man meinen könnte, die Zeit wäre hier vor 50, 200 oder 600 Jahren stehen geblieben.

Dazu gehören die Zeitfenster Hudewald, Heide, Kiefernforst und Grünland. Die jetzigen Arbeiten sollen an das Grünland der 20er bis 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern.

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