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Frühjahrsputz im Freien in Wesel und in Hamminkeln

Der Bürgerverein Brünen war in seinem Dorf aktiv.

Foto: Thorsten Lindekamp

Der Bürgerverein Brünen war in seinem Dorf aktiv. Foto: Thorsten Lindekamp

Wesel.   Einsammeln, was andere einfach achtlos weggeworfen haben - darum ging es beim Großreinemachen in Wesel und Hamminkeln am Samstag.

Wenn langsam der Frühling kommt und die Tage länger werden, dann soll Wesel blitzblank aussehen. Dafür sorgten am Samstag etwa 1000 Helfer bei der Aktion „Wesel räumt auf“ des städtischen Betriebs ASG. Ausgestattet mit Eimern und Handschuhen verpassten sie der Stadt einen ordentlichen Frühjahrsputz. Vorarbeit hatten vergangene Woche bereits Schulen und Kindergärten geleistet. Nun zogen also zahlreiche Vereine los. „Es machen aber auch immer mehr Privatleute mit, die als Familie oder Nachbarschaft sammeln“, erzählt Andrea Krebber, Abfallberaterin beim ASG. Eine davon ist Nicole Szelei mit Tochter Laura (10). Zusammen durchkämmten die beiden die Frieden­straße vom Bahnhof bis zum ASG und sammelten dabei anderthalb große Müllsäcke. „Das ist erschreckend, wie viel Müll man auf nur einer Straße findet“, findet Szelei.

Hans-Jochem Beck vom Stadtteilprojekt Schepersfeld ärgerte sich besonders über die vielen Hundetüten. Er durchforstete mit vier weiteren Helfern die Grünstreifen im Schepersfeld. Für Hundehalter, die die Plastikbeutel einfach in den Wald werfen, hat er kein Verständnis.

Portemonnaie gefunden

Einen besonderen Fund machten währenddessen die Pfadfinder Feldmark. Sie spürten ein altes Portemonnaie mit Versichertenkarte und Führerschein auf. Ansonsten kamen dort bei den etwa 30 Kindern und Betreuern drei große Mülltonnen zusammen.

Besonderen Einsatz zeigten auch die Weseler Tauchvereine: Sie befreiten nicht nur die Auesee-Wiesen von Abfall, sondern tauchten auch im sechs Grad kalten See nach Müll. Die Bedingungen dafür waren jedoch erschwert. „Die Sicht im Wasser ist im Augenblick extrem schlecht, man sieht nur einen halben Meter weit“, so Thomas Depta von der Tauchsportgemeinschaft. „Wir haben im Wasser aber deutlich weniger Müll als sonst gefunden“, erzählte Taucher Michael Herbrecht vom Barakuda-Club Wesel. Auch in den Wiesen und Büschen am Auesee sei weniger Abfall zu sammeln gewesen.

Weniger Abfall als sonst entdeckt

Viele andere Helfer berichteten ebenfalls davon, weniger Müll als in den Vorjahren aufgefunden zu haben. „Das ist das erste Mal, dass wir das hören, dass weniger gefunden wurde. Das freut uns! Vielleicht werden die Leute ja doch vernünftiger“, so Ulrich Streich, ASG- Betriebsleiter.

Genug zu tun gab es für die fleißigen Helfer dennoch. Besonders die Flächen in der Nähe der Fastfood-Ketten sind Problemzonen, was den Müll betrifft. Verpackungsreste werden hier besonders achtlos auf die Straßen geworfen. Die Naturschutzjugend (Naju) kümmerte sich daher unter anderem um den Wendehammer beim Obrighovener McDonald’s. „Das ist schon heftig, was da an Müll rumliegt“, erzählte Uwe Heinrich, Naju-Gruppenleiter. Seine Devise lautete jedoch: „Wer blöd findet, dass andere Leute ihre Klamotten wegschmeißen, der muss nicht nur meckern, sondern auch was dran ändern“.

100 Teilnehmer mehr als im Vorjahr

Betriebsleiter Streich freut sich über die vielen Helfer bei „Wesel räumt auf“. Dieses Jahr packten etwa 100 Teilnehmer mehr an als im Vorjahr. Froh ist Streich auch, dass sich so viele Kinder und Jugendliche an der Aktion beteiligten. „Wenn sie sehen, wie viel weggeschmissen wird und das selbst aufsammeln, werden sie den Müll nicht mehr so leichtfertig in die Gegend werfen“, so Streich. Außerdem würden Kinder das Thema oft weitertragen und so auch ihre Eltern und Bekannten für einen bewussteren Umgang mit dem Abfall sensibilisieren.

Zum Abschluss trafen sich die vielen Helfer traditionell wieder am ASG zum gemeinsamen Mittagessen. Ratskeller Voss spendierte wieder Suppe für die Teilnehmer.

>>FRÜHJAHRSPUTZ AUCH IN HAMMINKELN

In Mehrhoog und Brünen wurde Samstag ebenfalls Frühjahrsputz unter freiem Himmel gemacht. In Mehrhoog trafen sich 25 Freiwillige, um den Ortsteil von Weggeworfenem zu befreien. Anlass war die Aktion „Sauberes Dorf“ des Bürgerschützen- und des Bürgervereins.

Beim Brüner Pendant „Sauberes Brünen“ gab es ebenfalls eine rege Beteiligung. Etwa 30 Helfer sammelten Müll im Dorf ein. Organisiert wurde die Aktion vom Brüner Bürgerverein.

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