Naturschutz

Geplantes Windrad in Wesel darf Seeadler nicht gefährden

Der Seeadler war fast ausgestorben. Daher darf das Brutpaar auf der Bislicher Insel nicht gestört werden – auch nicht durch ein Windrad in Büderich, sagt der Naturschutzbeirat des Kreises Wesel.

Der Seeadler war fast ausgestorben. Daher darf das Brutpaar auf der Bislicher Insel nicht gestört werden – auch nicht durch ein Windrad in Büderich, sagt der Naturschutzbeirat des Kreises Wesel.

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / ZB

Kreis Wesel.  Eine 200 Meter hohe Windenergieanlage soll in Wesel Büderich entstehen. Doch der Naturschutzbeirat sorgt sich um die seltenen Raubvögel.

Vor allem die mögliche Gefahr für die auf der Bislicher Insel brütenden Seeadler haben den Naturschutzbeirat des Kreises Wesel gestern dazu bewogen, das Thema Windrad in Büderich zu vertagen.

Es ist das einzige Brutpaar in NRW, sechs Junge haben die Adler inzwischen großgezogen. Zwar berichtete Sebastian Gampe vom Antragssteller SL Windenergie in Gladbeck, dass bei rund 130 Begehungen nicht ein Seeadler im betreffenden Gebiet angetroffen worden sei.

Den meisten Beiratsmitgliedern reicht das nicht aus, um eine Befreiung vom Bauverbot zu befürworten: Zu groß sei die Befürchtung, dass Jungtiere, die die weitere Umgebung erkunden, vom Rotor getötet werden könnten.

LANUV gibt Daten nur sparsam heraus

Der Beirat hätte einer Befreiung zustimmen können: Ob und wie die rund 200 Meter hohe Windenergieanlage dann aber betrieben werden könnte, hängt von gesicherten Daten zum Seeadler ab, die sowohl der Beirat, als auch die Kreisverwaltung einfordern.

Kurios: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat Jungvögel mit einem Peilsender ausgestattet, offenbar behält es aber das Ergebnis der Untersuchung weitgehend für sich. Lediglich die Information, dass die Adler die Freizeitseen aufgesucht sowie auch überflogen haben und dass Ehrenamtliche die Tiere gar in Spellen und der Büdericher Aue gesehen haben, teilte es mit.

Thema ist vertagt, es müssen bessere Daten zum Seeadler her

Bevor sich der Naturschutzbeirat eine Meinung bildet, will er deutlich fundierteres Datenmaterial als das vorgelegte. Der Vorschlag, die Anlage für die Zeit, in der der Adlernachwuchs die Welt erkundet, abzuschalten, überzeugte da ebensowenig wie der Vorwurf, das Verfahren werde in die Länge gezogen. Das wies die Verwaltung zurück: Das Unternehmen habe die geforderten Unterlagen nicht beigebracht. Lange Diskussion, knappes Fazit: Das Thema ist vertagt, bis fundierte Aussagen zur Gefahr für den Seeadler vorliegen. Auch das Thema Schwarzmilan ist noch nicht vom Tisch.

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