Justiz

Gericht entscheidet über die Einweisung einer Weselerin

Foto: Kurt Michelis

Wesel.   Psychisch erkrankte Frau hatte zwischen Mai 2016 und März 2017 diverse Menschen mit dem Messer bedroht. Sie steht nun vor dem Landgericht.

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Wegen einer ganzen Reihe von Straftaten steht seit Donnerstag eine 50-jährige Frau aus Wesel vor dem Landgericht Duisburg. Zwischen Mai 2016 und März 2017 soll sie in Wesel und Dinslaken ein Dutzend Vergehen quer durch das Strafgesetzbuch begangen haben. Ziel des so genannten Sicherungsverfahrens ist allerdings keine Strafe, sondern die Unterbringung der psychisch gestörten Frau in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Angeklagte war zur Tatzeit offenbar nicht schuldfähig

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 50-Jährige aufgrund einer chronischen Psychose zur Tatzeit nicht schuldfähig war. Zum Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten soll die Beschuldigte nun dauerhaft in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden. Über diesen Antrag muss das Landgericht in öffentlicher Hauptverhandlung entscheiden.

Die Antragsschrift listet zahlreiche Taten auf, die sich wohl nur durch die Krankheit erklären lassen. So soll die in der Weseler Innenstadt wohnende Frau den Balkon einer Nachbarin beschädigt, bei einem weiteren Vorfall eine andere Nachbarin mit einem Messer bedroht haben. In der Fußgängerzone soll sie ebenfalls ein Messer gezückt und einem Passanten gedroht haben „Ich steche dich ab“.

Mitpatienten im Krankenhaus bestohlen

Bei einem Vorfall in Dinslaken soll sie auf offener Straße mit einem Brotmesser herum gefuchtelt und völlig fremden Menschen Gewalt angedroht haben. Dort soll sie am 10. Juli 2016 auch einem Zeugen vor das Schienbein getreten haben. Zudem soll die Frau bei Aufenthalten im St.-Vincenz-Krankenhaus Mitpatienten bestohlen haben, beispielsweise am 7. August 2016 eine Uhr, Schmuck und 180 Euro Bargeld.

In einem Vorraum der Filiale der Volksbank in Dinslaken soll die Beschuldigte in der Nacht vom 7. zum 8. August 2016 übernachtet haben. Man fand sie, als sie es sich vor einem Altar aus Kerzen gemütlich gemacht hatte. Für den Prozess sind zwei weitere Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil soll voraussichtlich am 19. März verkündet werden.

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