Trödel

Gutes von Gestern

Claudia Bethaus hat für den Second Hand Markt ihre Schränke und Regale entrümpelt. Auf ihrem Tisch fand sich unter anderem ein Handtäschchen und ein Telefon aus den 50er Jahren.

Claudia Bethaus hat für den Second Hand Markt ihre Schränke und Regale entrümpelt. Auf ihrem Tisch fand sich unter anderem ein Handtäschchen und ein Telefon aus den 50er Jahren.

Foto: WAZ Fotopool

Wesel.   Der Secondhand-Markt der ASG war wieder ein beliebtes Ziel für Jäger und Sammler. Bereits wenige Minuten nach Öffnung um zehn Uhr waren freie Parkplätze Mangelware. Seit 20 Jahren besteht er inzwischen

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Selbst der angekündigte Regen konnte die Trödelfans aus nah und fern nicht davon abhalten, den traditionellen ASG-Secondhand-Markt auf dem Parkplatz an der Weseler Rundsporthalle zu besuchen. Bereits wenige Minuten nach Öffnung um zehn Uhr waren freie Parkplätze Mangelware.

Schon von weitem war die laute Stimme von Klemens Simon zu vernehmen. Der Mann mit Marktschreierqualitäten kommt mit seinem Team der Herz-Jesu-Pfadfinder regelmäßig hierher. „Unsere Mitglieder haben Speicher, Keller und Garagen entrümpelt für den guten Zweck“, erklärt der Feldmarker. Der gute Zweck, das ist in diesem Fall ein Segeltörn vor der dänischen Küste während des diesjährigen Ferienlagers. Dafür verkauften die Scouts im Zelt gegenüber zusätzlich Bratwürste. „Damenschuhe gehen immer“, weiß Klemens Simon, dem vor allem die außergewöhnlichen Wünsche mancher Kunden Spaß machen. „Gerade war einer vom Film hier, der wollte unbedingt die alte Ariel-Tonne haben, den Inhalt hat er hier gelassen. Drei Euro für alte Pappe, das ist nicht schlecht, oder?“

Vom Sakko bis zur Badehose

Wie immer dabei ist auch der „Club Behinderter und ihre Freunde“ aus Wesel. Nicht um Spenden betteln, sondern etwas tun, lautet ihr Credo. Dafür backen sie leckere Waffeln und Kuchen. „Wir wollen ins Bewusstsein bringen, dass Behinderte sich nicht zurückziehen, sondern aktiv mitmachen“, sagt Günter Schlaffaff.

Am Stand von Jutta Gilhaus sieht es aus wie in einem Bekleidungsgeschäft. Jede Menge Textilien vom Sakko bis zur Badehose finden den Gefallen der Laufkundschaft. „Ich bin zum ersten Mal hier, habe neun Jahre dafür gesammelt“, lacht die Weselerin. Nebenan stapeln sich 250 Krimis in Bananenkisten. „Der Trend geht zum Drittbuch“, preist Anja Riemann ihre Schmöker an. Lange sammeln brauchte sie dafür nicht: „Ich komme aus einer lesebegeisterten Familie.“

Kleidung von Kapser Friedrich

Im Bereich Schuhe und Textilien dominierte Kinderbekleidung. Kein Wunder, wachsen doch die lieben Kleinen schneller als die Sachen verschleißen. Diese Erfahrung haben auch Katrin und Kai Hübel gemacht. Anhand ihres Angebotes lässt sich anschaulich die Wachstumsphase von Sohn Kasper Friedrich ablesen. „Weil wir einen zweiten Sohn haben wollten, haben wir die Sachen alle aufgehoben. Nach sechs Jahren kam Tochter Kosima-Luise zur Welt und nun stehen wir hier.“

Für viele ist der Secondhand-Markt der letzte Versuch, sie wollen nichts mit nach Hause nehmen. Wenn Herbert Goch um 15 Uhr mit dem großen Müllwagen über den Platz rollt, wird dieser regelmäßig halb voll. Ganz coole Trödelprofis warten genau diesen Moment ab. „Die laufen dann hinterher und angeln sich im letzten Augenblick ein Schnäppchen“, weiß der ASG-Mitarbeiter.

Der Weseler Secondhand-Markt feierte in diesem Jahr Jubiläum. Vor 20 Jahren hat Anita Timmreck die ASG-Veranstaltung ins Leben gerufen.

Auf einer Fläche von 8 000 Quadratmetern boten 209 Privatleute ihre Waren an, Händler sind nicht zugelassen. Über 5000 Besucher waren auf der Suche nach Alltäglichem und Raritäten.

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