Kriminalität

Haft auf Bewährung: Metzger ließ 57 Mal Fleisch mitgehen

Der Fleischermeister verkaufte das Fleisch seines Arbeitgebers und behielt das Geld für sich selber.

Der Fleischermeister verkaufte das Fleisch seines Arbeitgebers und behielt das Geld für sich selber.

Foto: (Symbolbild) Olaf Fuhrmann / FFS

Hamminkeln.  Jahrelanger Diebstahl in Hamminkeln: Der geständige Reeser (58) wurde zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Er muss 30.000 Euro zurückzahlen.

Gelegenheit macht Diebe, heißt ein Sprichwort. Dieses bewahrheitete sich kürzlich einmal mehr in Hamminkeln, wo sich ein 58-jähriger Fleischermeister aus Rees über fast fünf Jahre lang eine recht einfache zusätzliche Einnahmequelle verschaffte, indem er Fleischwaren seines Arbeitgebers stahl. „Er hatte die fixe Idee, sich selber eine Gehaltsaufbesserung zu verschaffen, nachdem ihm diese von seinem Arbeitgeber abgelehnt wurde“, erläuterte der Verteidiger.

Angeklagter Gesamtschaden: 6343,50 Euro

57 Diebstähle zwischen Dezember 2013 und November 2018 wurden dem Fleischermeister in der Anklage vorgeworfen, er habe damit einen Schaden von 6343,50 Euro verursacht. Über seinen Anwalt räumte der Metzger die Taten gleich zu Beginn der Verhandlung in vollem Umfang ein.

Später erläuterte der Täter ausführlich, wie leicht es ihm gemacht wurde, über diesen langen Zeitraum das Geld für Fleischwaren in die eigene Tasche zu wirtschaften. Auslöser sei die Bitte eines guten Kunden aus Rees gewesen, ihm – entgegen den üblichen Abläufen – die Ware direkt zu seinem Restaurant zu liefern, anstatt diese wie sonst üblich in dem Geschäft in Hamminkeln abzuholen.

Zehn Kilogramm Rouladen

So brachte der Angeklagte dem Gastronom auf dem Nachhauseweg seiner Schicht zum Beispiel zehn Kilogramm Rouladen vorbei und kassierte direkt vor Ort den Warenwert.

Doch statt diesen am nächsten Tag seinem Arbeitgeber auszuhändigen oder in die Kasse einzuzahlen, behielt er das Geld für sich.

So lief das dutzende Male, bis der Dieb irgendwann von seinem Arbeitgeber auf frischer Tat erwischt wurde. Laut des Verteidigers habe der Chef seines Mandanten dann versucht, von dem Mitarbeiter 50.000 Euro zu bekommen – diese Summe sollte Entschädigung für die Verluste sein, verbunden mit dem Verzicht auf die Strafanzeige. Letztlich einigte sich der Dieb mit seinem Arbeitgeber auf ein „Schuldeingeständnis mit Zahlung von 30.000 Euro als Wiedergutmachung“.

Zur Anzeige kam es trotzdem, außerdem wurde dem Fleischermeister nach 29 Jahren im Betrieb sofort gekündigt. Zur Bewährungsauflage gehört nun, die 30.000 Euro in Raten zurückzuzahlen.

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