Hochwasserschutz

Hamminkeln: Issel-Zweckverband ist vor dem Durchbruch

Wird ein besserer Hochwasserschutz an der Issel bald Realität? Viele Anwohner wünschen sich das nach den Erfahrungen von 2016.

Wird ein besserer Hochwasserschutz an der Issel bald Realität? Viele Anwohner wünschen sich das nach den Erfahrungen von 2016.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Die abgestimmte Satzung wandert jetzt durch die Kommunen. Am 1. Januar 2020 soll der Hochwasserschutzverband seine Arbeit aufnehmen.

Es hat lange gedauert und manch einer mochte gar nicht mehr an die Realisierung glauben, aber so langsam nimmt die Gründung des Isselzweckverbands Fahrt auf. Raesfeld hat als letzte Kommune der Gründung die politische Zustimmung erteilt. Neben Hamminkeln und Raesfeld sind auch Wesel sowie Bocholt, Borken, Hünxe, Isselburg, Rees, Rhede und die Gemeinde Schermbeck Mitglieder des Zweckverbandes für Anlieger der Issel und ihrer Nebengewässer.

Die Satzung ist bereits mit Bezirksregierung und Kreis Wesel abgestimmt und wandert jetzt durch die teilnehmenden Kommunen, wo sie zur Zeit unterschrieben wird. Und es gibt noch eine erfreuliche Mitteilung, so Bürgermeister Bernd Romanski. In einem Gespräch mit dem Kreis und der Bezirksregierung wurde jetzt eine Rahmenvereinbarung für die Fördergelder verabredet, nach der sämtliche Hochwasserschutzmaßnahmen an der Issel als eine Gesamtmaßnahme betrachtet und dementsprechend einheitlich gefördert werden.

Gesamtmaßnahmenbetrachtung könnte sich rechnen

Das könnte sich für den Zweckverband rechnen, denn das Land gibt unterschiedlich hohe Geldmittel dazu. Es hängt davon ab, ob es sich „nur“ um technischen Hochwasserschutz handelt, der mit 40 Prozent gefördert bis hin zum Hochwasserschutz mit ökologischem Mehrwert, den sich das Land 80 Prozent kosten lässt. Bei einer „Mischung“ könnten höhere Fördersummen zusammen kommen, als bei Einzelbetrachtungen.

Gerade über letzteren ist bereits die vergangenen Jahrzehnte diskutiert worden, ohne das sich was bewegt hat. Stichwort: Auenlandschaften an der Issel. Hamminkelns Bürgermeister hat nichts gegen mit eingeplante Fischtreppen, wie sie der Kreis in Marienthal plant, will aber auch nicht mehr bis zum St. Nimmerleinstag warten, bis sich wirklich was bewegt. Deshalb kann er sich an vielen Stellen auch reinen technischen Hochwasserschutz vorstellen, um seine Bürger beim nächsten Hochwasser schützen zu können, bevor weitere Jahre ins Land ziehen und sich nichts tut.

Am 1. Januar 2020 den Betrieb aufnehmen

Romanski geht davon aus, dass die formale Gründung des Verbandes noch im vierten Quartal über die Bühne geht und der Zweckverband zum 1. Januar 2020 scharf geschaltet werden kann. Erster Geschäftsführer wird Isselburgs Bürgermeister Michael Carbanje. Dann wird Hamminkeln für fünf Jahre den Verbandsvorsitz und die Geschäftsführung des Zweckverbandes übernehmen.

Seinen Sitz hat der Zweckverband in Hamminkeln. Geplant ist im Moment, dass er in die obere Etage der Hamminkelner Polizeiwache an der Rathausstraße einziehen wird.

Gut findet Romanski übrigens die Idee, die in Isselburg gerade diskutiert wird. Dort will die Verwaltung weitere Pegelstationen auf dem Stadtgebiet errichten, um bessere Informationen zu bekommen, wenn wieder ein Hochwasser droht. Denn die nächste Pegelstation ist Dämmerwald in Schermbeck. „Das war auch bei uns 2016 ein Problem“, so Romanski im Rückblick auf die damaligen Ereignisse.

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