Konzert

Hamminkeln musikalisch - Peter-Gabriel-Song gab den Anstoß

„Das Buch der Liebe“ – der Oechor näherte sich dem Thema in den verschiedensten musikalischen Facetten.

„Das Buch der Liebe“ – der Oechor näherte sich dem Thema in den verschiedensten musikalischen Facetten.

Foto: Markus Joosten

Hamminkeln.   Der Oechor begeisterte in Wertherbruch mit einem bunten Konzert rund um das Thema Liebe. Die Dinslakener meistern Klassik, Volkslied und Pop.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

In der evangelischen Kirche an der Issel in Wertherbruch kennt man ihn schon von früheren Konzerten, den Chor aus Dinslaken-Hiesfeld mit dem rätselhaften Namen Oechor. Vor 35 Jahren mal als Ökumenischer Jugendchor gegründet, haben die neun Sängerinnen und Sänger – nun zumindest zum Teil nicht mehr ganz so jugendlich – den Namen ihrem Alter und dem Trend zu Abkürzungen angepasst.

Das Thema ihres Konzerts, „Das Buch der Liebe“, hat trotz des Spaziergehwetters am Sonntag rund 40 Zuhörer aller Altersklassen angelockt.

Peter Gabriels Song „The Book of Love“ hatte die Sängerinnen und Sänger dazu animiert, ein Konzert zum Thema Liebe einzustudieren. Und der Applaus des Publikums gab ihnen Recht. Gabriels Stück stand natürlich auch auf der Liste der 16 Lieder, die die Dinslakener, von Chorleiter Friedhelm Klump auf dem Klavier begleitet, zum Besten gaben. Das Programm bot etwas für jeden Geschmack.

Mit Reinhard Mey beginnt die musikalische Annäherung an das Thema Liebe, mit seiner Frage, wie viele Sommer es wohl noch geben mag mit dem geliebten Menschen. Wer angesichts des Themas Liebe Kitsch und Schmalz erwartet hat, wird eines Besseren belehrt: Dem Oechor geht es darum, die vielen Facetten der Liebe musikalisch auszuleuchten.

Wie bei einem Kirchenchor kaum anders zu erwarten, wurde auch die Liebe Gottes als dem Schöpfer der Liebe thematisiert: „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe“, singen sie, ein schmissiges Lied aus der Lateinamerikanischen Beatmesse von 1977. Und der eine oder andere unter den Zuhörern singt mit. Natürlich ist Mitsingen nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht, erklärt Moderator Jürgen Wagner gleich zu Beginn.

Das älteste Lied stammt von dem 1626 verstorbenen britischen Renaissance-Dichter John Dowland. Und weil sein „Come away, come sweet love“ etwas schlüpfrig sei, so der gut aufgelegte Moderator, singen sie es auf Altenglisch.

Weil man es nicht versteht, könnte man glauben, es mit einem ein wenig getragenen Kirchenlied zu tun zu haben. In der Abteilung Klassik findet sich auch ein Stück aus der Feder von Johann Sebastian Bach, zu dem sein Zeitgenosse Simon Dach den Text schrieb: „Willst du dein Herz mir schenken“.

Liebeserklärung an ein spießiges Heimatstädtchen.

Bach und Liedermacher Hannes Wader – das kann durchaus zusammen gehen, die Hiesfelder beweisen es. „Kleine Stadt“ haben sie von Weder ausgesucht, eine kritische Liebeserklärung an ein etwas spießiges Heimatstädtchen.

Da ist das Volkslied nicht weit, das irische, tragische, über 100 Jahre alte „Danny Boy“, aber auch, wunderbar schelmisch vorgetragen, das plattdeutsche Liebeslied schlechthin: „Dat du min Leevsten büst“.

Ein Lied von Lilian Harvey gehört ebenso zum Repertoire wie Hildegard Knefs „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Am Schluss gibt es Standing Ovations für den Oechor – und die Besucher werden mit zwei Zugaben belohnt: Noch einmal Reinhard Mey und „Love me do“ von den Beatles – ein krönender, schwungvoller Abschluss.

Sie wollen wiederkommen, verkündet Moderator Wagner zum Schluss: „Die Zeiten ändern sich“, heißt das Programm, das der Oechor gerade vorbereitet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben