Freizeit

Hamminkeln wird zum Hafen für schwimmende Klein-Kunstwerke

Helmut Hemping, Klaus-Peter Jessel und Helmut Schmidt (v.l.) zeigen schon mal einige Modelle im Dingdener Freibad.

Helmut Hemping, Klaus-Peter Jessel und Helmut Schmidt (v.l.) zeigen schon mal einige Modelle im Dingdener Freibad.

Foto: Markus Weissenfels / FFS

Hamminkeln.  Am Wochenende 26. und 27. September präsentiert der Modellbauclub Wesel seine faszinierenden Miniatur-Boote im Dingdener Freibad.

Voller Stolz präsentierte Klaus-Peter Jessel sein Bootsmodell. „Das ist Jonny, ein Hochseeschlepper – ein Baukastenmodell, das ich in eineinhalb Jahren zusammengebaut habe“, erläuterte der Bocholter, der es vorsichtig in Richtung Becken transportierte.

Maßarbeit ist gefordert

Das Boot hat er aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Metall zusammengebaut – sein erst zweites fertiggestelltes Modell. „Diese Reling hier, die muss man selbst löten, da gibt es keine Teile dafür. Man muss auch Elektroarbeiten wie die Kabel hier am Mast selbst machen“, verwies er auf die Detailarbeit bei dem 18 Kilo schweren Gefährt. Und es habe noch eine Besonderheit innen.

„Da ist ein Lautsprecher und ein Sound-Modul drin. Ich kann jeden beliebigen Sound da drauf spielen – Möwengeschrei, Stimmen, Sprache. Da ist ein Chip, der eingesetzt wird, alles, was man rein programmiert, kann man wiedergeben.“ Als Jugendlicher hatte er unter Anleitung seines Vaters ein Segelboot gebaut. „Durch Studium, Familie und Beruf ist das alles liegengeblieben. Und jetzt, wo ich pensioniert bin, habe ich Zeit.“

Modellboote wie diese und Fahrer wie Jessel sind die Protagonisten der Schaufahrt, die der Schiffsmodellbauclub Wesel am Wochenende 26. und 27. September (Samstag 11- open end, Sonntag von 10-16 Uhr) auf dem Gelände des Dingdener Freibades kostenlos für die Besucher ausrichten wird – dort zum zweiten Mal nach 2019 und im Jahr des 40-jährigen Vereinsjubiläums.

„Wir haben das vorher in Hamminkeln am Weikensee gemacht, aber da kann man viele Bedingungen nicht mehr einhalten“, erklärt der Vorsitzende des Klubs, Helmut Schmidt, „Wir haben da die Gastronomie nicht mehr, da gab es dann sanitäre Anlagen für Gäste und man konnte da Kaffee trinken und Kuchen essen.“

Auch behördlicherseits gibt es natürlich Einschränkungen. „Und dieses Jahr mit Hygiene kann man das gar nicht einhalten, da sind wir hier viel besser aufgehoben.“

Einlasskontrolle ist nötig

Es wird eine Einlasskontrolle geben „mit Feststellung der Personalien, die auch gesetzesmäßig nach vier Wochen vernichtet werden. Es gilt Abstand, und, wenn man den nicht einhalten kann, Maskenpflicht. Wir haben einen Zählmodus – jeder der reingeht, bekommt einen Dominostein in die Hand. Und wer rausgeht, muss den wieder abgeben, damit wir die Personenzahl von 200 nicht überschreiten.“

Natürlich habe Covid 19 da die Möglichkeiten für eine richtig schöne Jubiläumsveranstaltung stark eingeschränkt. „Wir haben uns aber aufgrund des Jubiläums die Mühen gemacht, um das hier auf die Beine zu stellen.“

Und in ganz NRW gebe es grade mal drei Veranstaltungen dieser Art. Alle anderen wurden abgesagt. Angemeldet sind 123 Modelle vom Arbeits- bis zum U-Boot.

„Wer nicht kommt, ist unsere Rennbootabteilung. Die sind in München auf der Regattabahn, um Weltrekorde zu fahren“, erzählt Schmidt.

Großes Interesse auch aus anderen Orten

Die Mitglieder, die ihre Boote vorstellen, kommen aus einem Einzugsgebiet von gut 50 Kilometern – dem Kreis Borken, Kreis Kleve, Duisburg, Oberhausen, Moers oder Gladbeck.

„Und es kommen Gäste aus dem Münsterland extra mit dem Wohnwagen dafür zu uns.“ Zahlreiche Boote werden an diesem Wochenende getauft. „Wir haben für die Taufe der Boote ein Zeitfenster, da dürfen die anderen drumrumfahren.“

Erstmals vier Kinderboote dabei

Erstmals gibt es auch vier Kinderboote mit verschiedenen Farben, um sie auseinanderzuhalten. „Da wird eine Fläche für abgesperrt, und die anderen fahren weiter.“

Ein besonderes Highlight wird natürlich das samstägliche Nachtfahren sein, „sobald die Dämmerung da ist.“ Je nach Witterung und dem Durchhaltevermögen von Fahrern und Gästen „kann das durchaus bis 22 oder 23 Uhr gehen“, sagt Schmidt.

>>> DER VEREIN WURDE BEREITS IM JAHR 1980 GEGRÜNDET:

Der Schiffsmodellbauclub Wesel wurde im Oktober 1980 gegründet. Aktuell sind dort 66 Mitglieder organisiert, die sich jeden Dienstag zum Stammtisch bei „Buschmann“ an der Hauptstraße in Ringenberg treffen. Interessierte sind jederzeit willkommen.

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