Verwaltung contra Feuerwehr

Hamminkelner Feuerwehr bekommt ihren Wunschwagen

Carsten Nienhaus stellte den alten Weseler Einsatzleitwagen vor.

Carsten Nienhaus stellte den alten Weseler Einsatzleitwagen vor.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  SPD, CDU und Grüne erfüllen der Hamminkelner Feuerwehr den langgehegten Wunsch nach einem Einsatzleitwagen. Die Verwaltungsargumente zogen nicht.

Der leidige Streit um den Einsatzleitwagen für die Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln ist jetzt erst einmal vom Tisch. Die Politik zeigte sich bis auf die USD und die FDP in Spendierlaune und wird, so der Rat es denn absegnet, für den Haushalt 2020 Gelder per Verpflichtungsermächtigung - sprich: zweckgebunden - bereitstellen. Die neue Wehrleitung hat also ihren Willen gegen die Verwaltung per politischer Mehrheit durchgesetzt.

Schon die zurückgetretene Wehrleitung hatte auf den Einsatzleitwagen gedrängt. Doch die Stadtverwaltung hatte damals, wie auch gestern während des Feuerschutzausschusses, damit argumentiert, dass der Brandschutzbedarfsplan und die Feuerwehrdienstvorschrift 100 eine Kann-Lösung vorsehe, keinesfalls eine Muss-Regelung. Außerdem habe die Feuerwehr einen neuen Kommandowagen, der viele Aufgaben des Einsatzleitwagens erfülle.

Ausschussmitglieder konnten sich die Wagen ansehen

Um der Politik die Möglichkeit zu geben, sich die Unterschiede anzusehen, hatte Kämmerer Robert Graaf im Vorfeld der Sitzung den Hamminkelner Kommandowagen und einen älteren Einsatzleitwagen aus Wesel auf den Parkplatz gestellt, damit sich die Ausschussmitglieder selbst ein Bild machen konnten.

Und das scheint einige beeindruckt zu haben, denn nachdem Michael Möllenbeck für die SPD erklärt hatte, dass die Hamminkelner Feuerwehr schließlich mit Freiwilligen arbeite und man diesen auch „entgegenkommen“ müsse, schloss sich auch die CDU dieser Argumentation an. Sie verwarf allerdings auch sofort den Prüfantrag der SPD, ob es vielleicht auch ein Gebrauchter tue.

Flaswinkel kritisiert, dass nicht alle an einem Strang ziehen

Während die USD und FDP gegen eine Anschaffung waren, ärgerte sich Johannes Flaswinkel vor allem darüber, dass es im Vorfeld der Sitzung nicht möglich gewesen war, dem Ausschuss und damit der Öffentlichkeit in puncto Einsatzleitwagen wie auch bei anderen Beschaffungen eine einheitliche Position zu vermitteln, stimmte aber zu.

Die Verwaltung geht zur Zeit davon aus, dass so ein Fahrzeug 150.000 Euro kostet, die Wehrleitung rechnet mit 100.000 Euro. Wer recht hat, wird sich erst in einigen Monaten herausstellen. Denn selbst, wenn im nächsten Jahr die Ausschreibung für das Fahrzeug läuft, wird es wohl noch geschätzt 36 Monate dauern, bis es in Hamminkeln auf dem Parkplatz steht.

Neue Kommandowagen erst einmal kein Thema mehr

Zurückgezogen hat die Hamminkelner Wehrleitung ihren Antrag, weitere Kommandowagen für Hamminkelner Löschzüge anzuschaffen. Dieser Wunsch ist damit erst einmal vom Tisch.

Anders sieht es dagegen bei der Anschaffung von 27 Digital-Funkgeräten aus, die die Feuerwehr gerne in zwei Stufen bis 2020 hätte. Auch hier wollte Verwaltung kein Geld für die Anschaffung ausgeben, doch die Politik folgte nicht. „Wir digitalisieren die Schulen bis zum Umfallen. Da sollten wir bei der Feuerwehr nicht halt machen und sie auf den Stand der Technik bringen“, so Möllenbeck (SPD). Wer A sage müsse auch B sagen. Dem folgten alle Parteien.

Jetzt gibt es Astsägen für alle

Und dann ging es an die Beschaffungsliste, die bisher immer intern geklärt worden war, nun aber auf Wunsch der Wehrleitung auch in den entsprechenden politischen Gremien diskutiert wird. Hier folgte die Politik den Anmerkungen der Verwaltung, die einige Punkte nicht beschaffen wollte. Aber es gab auch Ausnahmen. Zum Beispiel die Anschaffung einer Astsäge mit Teleskoparm für 92,98 Euro. Die Feuerwehr wollte ganz bescheiden nur eine haben. Die Politik spendiert ihnen eine für jede Löscheinheit.

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