Sanierung

Hamminkelner Kirche: Weihnachten soll das Gerüst weg sein

Die ersten drei Fenster sind zurück in St. Maria Himmelfahrt in Hamminkeln.

Die ersten drei Fenster sind zurück in St. Maria Himmelfahrt in Hamminkeln.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Die Sanierung der Hamminkelner Kirche St. Maria Himmelfahrt schreitet voran. Bis Weihnachten soll der erste Bauabschnitt beendet sein.

In Hamminkeln gibt es zwei Kirchen, eine weiße und eine rote. Doch die rote Kirche der Gemeinde St. Maria Himmelfahrt ist, von der Diersfordter Straße aus gesehen, nicht mehr rot, sondern verhüllt mit Schutzplanen die an einem hohen Gerüst hängen. Es sieht nicht nur nach Arbeit aus, sondern es ist auch Arbeit, die dort jeden Tag erledigt werden muss. Denn die katholische Kirche in Hamminkeln nimmt viel Geld in die Hand, um das Schmuckstück aus dem Jahren 1894 wieder in alter Pracht und Schönheit erblühen zu lassen.

War es damals das Legat einer Witwe, die den Bau des Gotteshauses mit seiner rötlichen Ziegelbauweise und dem schlanken neugotischen Turm ermöglichte, hat diesmal das Bistum Münster seine Schatullen geöffnet und finanziert einen Großteil der 1,3 Millionen teuren Restaurierung.

Gemeinde sammelt Spenden

Allerdings muss auch die Gemeinde ihr Scherflein beitragen. „10.000 Euro“, erzählt Wilhelm Grunden, ehrenamtlicher Gebäudemanager der Gemeinde, „müssen durch Spenden herein.“ Das sei zwar in Coronazeiten, wo nur wenige zum Gottesdienst kommen können und andere Aktionen auf Eis liegen, nicht ganz einfach. Aber der engagierte Katholik, der selbst 45 Jahre bei Borgers Baustoffe gearbeitet hat und Ahnung hat, ist optimistisch, dass die Restaurierung an diesem Betrag nicht scheitern wird.

Wie sehr der Zahn der Zeit an der Kirche genagt hat, zeigen Drohnenaufnahmen aus 2018. „Das war damals in Pilotprojekt in Hamminkeln“, erinnert sich Grunden. Auf den Aufnahmen war das Ausmaß des Schadens zu sehen. Die Fenstereingrenzungen waren marode, die Schalllucken, durch die Glocken die Bewohner zum Gottesdienst rufen, waren ebenfalls hin. Außerdem musste dringend die Fassade erneuert werden. Jede Fuge wird einzeln ausgekratzt und wieder verfugt, defekte Ziegelsteine ausgetauscht. Dabei ist Beschaffung von passenden Ersatzziegeln kein Problem, erzählt der Hamminkelner: „Der Niederrhein ist Ziegelland.“

Spezialisten für die Fenster

Auch die wunderschönen verbleiten Kirchenfenster müssen von einer Spezialfirma ausgebaut, gereinigt, neu verbleit und mit einer Schutzschicht versehen werden. Zur Zeit wird im ersten Bauabschnitt der Turm saniert. Dafür musste ein Gerüst „maßgeschneidert“ werden. Das kostet eine Menge Geld, weiß Wilhelm Grunden und hofft, dass die Arbeiten am Turm bis Weihnachten abgeschlossen sind und nicht wegen schlechten Wetters ins Stocken geraten. Zumindest die ersten drei Fenster im Altarraum erstrahlen bereits wieder seit der vergangenen Woche. Vorher waren dort Bretter angebracht.

Was viele Hammikelner nach Auskunft von Wilhelm Grunden vermissen, ist das Kirchgeläut, das jede halbe Stunde ertönt. Auch die Glocken sollen an Weihnachten wieder zum Einsatz kommen. Im März soll es dann mit der Süd- und Westfassade weitergehen, bevor die Nordseite saniert wird und St. Maria Himmelfahrt wieder als Schmuckstück im Dorf steht.

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