Abenteuer

Hamminkelner laufen 110 Kilometer durch Lappland

Hermann Raveling und Freund Klaus-Jürgen Schmidt sind durch Lappland gewandert.Das ging gelegentlich an die Grenzen der köperlichen Leistungsfährigkeit – doch die sagenhafte Landschaft entschädigte für vieles.

Hermann Raveling und Freund Klaus-Jürgen Schmidt sind durch Lappland gewandert.Das ging gelegentlich an die Grenzen der köperlichen Leistungsfährigkeit – doch die sagenhafte Landschaft entschädigte für vieles.

Foto: Markus Joosten

Hamminkeln.   Hermann Raveling und Klaus-Jürgen Schmidt wanderten fünf Tage lang jenseits des Polarkreises und genossen die grandiose Natur.

Bereits vor fünf Jahren hatte sich Hermann Raveling mit seiner Teilnahme am Fjällräven-Classic in Schweden einen Traum erfüllt: In fünf Tagen wanderte er 110 Kilometer durch Lappland. „Ich habe damals gesagt, ich möchte das nicht noch mal machen. Ich dachte, das könnte man nicht mehr toppen“, erklärt der 51-Jährige. Bis sein Freund Klaus-Jürgen Schmidt dieses Abenteuer gemeinsam mit ihm antreten wollte.

Aus den Bächen trinken und Rentiere beobachten

„Es war schon ein logistischer Aufwand, die Reise zu planen“, berichtet Schmidt. Per Flugzeug ging es über Stockholm Richtung Kiruna, dann mit dem Bus zum Start der Wanderung nach Nikkaluokta. „Dort gab es erstmal eine Einstimmung durch eine Sami-Frau. Wir sollten die Landschaft genießen, aus den Bächen trinken und die Rentiere beobachten“, erzählt Raveling.

Das Naturerlebnis stand für die beiden Wanderer im Vordergrund. „Die Strecke startet in Birkenwäldern und mit der Zeit lassen die Bäume nach, bis man in einer offenen Landschaft steht, wo es nur noch Moos und auf dem Boden wachsende Beeren gibt“, berichtet Schmidt.

Die Wanderer marschierten über feuchte Steine, karge Landschaften, überquerten den Tjäkta-Pass in 1140 Metern Höhe. „Da geht man teilweise nur auf allen Vieren hoch“, erzählt Schmidt. Den 57-Jährigen führte die Wanderung auch an seine körperlichen Grenzen. „Nochmal würde ich das nicht machen.“ Anstatt abends den Blick in den klaren Sternenhimmel über Lappland zu genießen, lagen er und Hermann Raveling meist völlig erschöpft in ihrem Zwei-Mann-Zelt – und froren, bei Temperaturen, die Nachts schon mal auf 6 Grad sanken.

Für die Strapazen entschädigte sie die Landschaft Lapplands, das Erlebnis, der Natur nahe zu sein. „An einem Tag sind wir auf einen leuchtenden Regenbogen zugelaufen und dann leider selbst in den Regenschauer gekommen“, sagt Klaus-Jürgen Schmidt. „Wir haben auch viele Rentiere gesehen“, ergänzt Hermann Raveling. Eines ging sogar abends zwischen den Zelten der beiden Spazieren.

Besonders emotional war die Ankunft im Ziel in Abisko. „Am Ende kommt man einen Weg hoch und da sitzen dann sehr viele Menschen neben der Strecke und applaudieren, wenn man ins Ziel läuft“, so Klaus-Jürgen Schmidt im Ziel. „Das ist unheimlich bewegend“, ergänzt Hermann Raveling. 100 Stunden und 47 Minuten waren die beiden auf der Strecke unterwegs. „Es soll ja kein Wettrennen sein“, sagt Hermann Raveling.

„Außerdem spaziert man da nicht mal eben so durch die Landschaft, wie hier am Niederrhein.“ Am Ende gönnten sich die beiden dann ein Bier nach den körperlichen Strapazen und kehrten mit unzähligen besonderen Eindrücken zurück.

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