100-Jähriges Jubiläum

Heiße Eisen sind bei dem Schmied aus Wesel täglich Brot

Der Schmied Bernd Buschmann und Ehefrau Heike Buschmann,mit den Angestellten Benedikt Schönholz und Jeffrey Fondermann.

Der Schmied Bernd Buschmann und Ehefrau Heike Buschmann,mit den Angestellten Benedikt Schönholz und Jeffrey Fondermann.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Wesel.  Am Wochenende feiert der Schmied Bernd Buschmann das 100-jährige Bestehen seines Handwerksbetriebes für Metallgestaltung.

Natürlich kennt Bernd Buschmann die alte Volksweisheit, dass „jeder seines Glückes Schmied“ sei. Offenbar haben seine Vorfahren, sein Großvater, sein Vater und zuletzt er selber alles richtig gemacht. Denn am kommenden Wochenende feiert der gelernte Schmied Bernd Buschmann immerhin das 100-jährige Bestehen seines Handwerksbetriebes für Metallgestaltung. Gäste und Besucher sind willkommen.

Der Urahn Buschmann senior ließ sich seinerzeit im Jahre 1868 als Schmiedemeister in Ringenberg nieder. Seinen Sohn, Bernhard junior, zog es dann im Jahre 1919 nach Lackhausen, wo er dort selbst einen Schmiedebetrieb eröffnete. Seitdem ist ebendort die Esse, die offene Feuerstelle mit Anblasung und Abzug, in Betrieb.

Gartengeräte, Eisenwaren wie Nägel, Schrauben und Werkzeug

Heute ist der Schmiedemeister Bernd Buschmann (58) ein Experte für geschmiedete Geländer, Gitter, Treppen, Handläufe und Balkone. Und wenn er Zeit und Muße hat, gestaltet er mit Stahl, Hammer und Feuer auch die eine oder andere Skulptur. Schon immer seit 100 Jahren, so erzählt Buschmann, gab es neben der Schmiede auch ein Ladenlokal, in dem sonstige Metallwaren verkauft wurden. Vor hundert Jahren waren dies Gartengeräte und Eisenwaren wie Nägel, Schrauben und Werkzeug. Später in der 1930er Jahren kamen dann eiserne Öfen und Fahrräder ins Sortiment hinzu.

Fahrräder, so erzählt heute Bernd Buschmann, machen mittlerweile fast die Hälfte des Umsatzes seines Acht-Personen-Handwerksbetriebes aus. Der Nebenerwerb ist jetzt das feste Standbein geworden. „Der Laden ist heute immer noch Frauensache, die Schmiede Männersache. Aber kamen in den 1960er und 70er Jahren vielleicht sechs Leute pro Tag in den Laden, sind es heute zehn Kunden pro Stunde.“

Die Nachfrage nach guten Fahrrädern, modernem Zubehör und seit ein paar Jahren die massiv angestiegene Nachfrage nach E-Bikes halten das Unternehmen Buschmann unter Dampf. „Natürlich werden die Räder nicht in meiner Schmiede hergestellt“, sagt er schmunzelnd, „würde ich dies tun, müsste ich einen zwanzigfachen höheren Preis nehmen - sie wären unverkäuflich!“

Seinen Vorgarten ziert unter anderem eine stählerne Giraffe

Neben dem Fahrradhandel und dem Metallbau treibt ihn noch sein Hobby um, das natürlich auch mit Eisen und Stahl zu tun hat: Er gestaltet Pflanzen, Tiere, Gegenstände, um zu sehen, was technisch so geht. Seinen Vorgarten in Lackhausen ziert unter anderem eine stählerne Giraffe, die einst an der alten Schmiede Kock in Bislich am Deich (und dann auch im Skulpturenpark am Tannehäuschen) zu sehen war. Auf Bitten des Heimatvereines hatte Buschmann vor fünf Jahren bei der Wiedererweckung der mehr als 200 Jahre alten Schmiede geholfen. „Doch das Publikumsinteresse an dieser alten Schmiede am Deich war gering“, sagt Buschmann. Jetzt konzentriert er sich wieder auf sein Kerngeschäft. Und dies gibt ihm aktuell auf: Am kommenden Samstag von 10 bis 14 Uhr in Lackhausen sein eigenes großes Jubiläum feiern.

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