Ehrenamt

Hilfe aus Hamminkeln, die in Togo ankommt

Medizinische Versorgung für Frauen und ihre Babys ist in Togo dringend notwendig. Ein neues Mutter-Kind-Krankenhaus verbessert die Überlebenschancen von Müttern und Kindern. Foto:Privat

Medizinische Versorgung für Frauen und ihre Babys ist in Togo dringend notwendig. Ein neues Mutter-Kind-Krankenhaus verbessert die Überlebenschancen von Müttern und Kindern. Foto:Privat

Wesel.   Ein Mutter-Kind-Krankenhaus und eine Grundschule sind neu eröffnet. Der Verein Togo – Neuer Horizont in Hamminkeln Dingden schafft Perspektiven.

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Es bewegt sich einiges in Togo: Anna Maria Klocke und ihre Mitstreiter von Togo- Neuer Horizont, sind unermüdlich aktiv, um die

Situation der Menschen zu verbessern. Und sie haben Erfolg, finden Unterstützer. Am Karsamstag ist ein Container für die Mutter-Kind-Klinik in Nampoch auf die Reise gegangen, von Pfadfindern, Mitgliedern der Senioren Union und Freunden gepackt. Eine komplette Laborausstattung enthält er, eine Solaranlage, einen Solarkühlschrank – Strom gibt es dort nicht. Außerdem gingen 15 Krankenhausbetten aus dem St.-Vincenz-Hospital Coesfeld auf den Weg, der Verein kaufte neue abwaschbare Matratzen dafür.

Viele Frauen und Babys sterben

Im Januar hat die Mutter-Kind-Klinik neu eröffnet: Insgesamt 300 000 Euro sind dort verbaut worden, rund 70 000 davon musste der Verein Togo - Neuer Horizont beisteuern, der Rest sind Bundesmittel.

„Fünf Frauen oder Babys von 100 sterben in der Region bei der Geburt“, erklärt Anna Maria Klocke. Die Wege sind weit, deshalb hat das Krankenhaus, das von Katharinenschwestern betrieben wird, zwei Motorräder erhalten. Hausbesuche sollen die Versorgung verbessern. Ein alter Brunnen ist aktiviert worden, ein neuer gebaut, auch ein kleines Schwesternwohnheim gibt es jetzt.

Am gleichen Tag wie das Krankenhaus ist auch die neue Grundschule in Tanangnido mit einem kunterbunten Fest eröffnet worden. Die meisten Kinder in Togo lernen in offenen Strohhütten, die in der Regenzeit unter Wasser stehen und nicht nutzbar sind. In Tanangnido steht jetzt ein modernes Gebäude mit drei Klassenräumen für 160 Kinder – je zwei Jahrgänge werden in einem Raum unterrichtet. 50 000 Euro hat die Schule gekostet und sie ist in nur vier Monaten entstanden. Überhaupt: Anna Maria Klocke hat soetwas zuvor noch nicht erlebt. „Ein Unternehmen aus Österreich hat angerufen und gefragt, für welches Projekt Geld gebraucht werde“, erzählt sie. Die Spende kam, die Schule steht. Und die Firma möchte nicht einmal mit Namen genannt werden, auch das gibt es.

Schränke aus Stein gegen die Termiten

Die Schule ist nach der Fertigstellung an das Dorfkomitee übergeben worden. Sie ist liebevoll gebaut, „es gibt dort junge motivierte Leute“, sagt Klocke, „sie sind sehr tüchtig, nur fehlt es häufig am Geld“. Behindertengerecht ist sie. Sämtliche Schränke sind gemauert mit Metalltüren – Termiten würden Holzschränke sonst zerstören.

Noch etwas ist in Bewegung: Luisa Unsenos (22) aus Wesel wird nach Togo reisen. Dieser Tage hat die junge Frau ihren Bachelor als Grundschullehrerin in der Tasche, jetzt wird sie vier Wochen lang beim Schulmädchenprojekt der Katharinenschwestern in Guerim-Konka helfen. Missbrauchte und misshandelte Mädchen erhalten hier Schutz. Sie lernen Deutsch, kochen für sich und leben selbstständig, aber sie brauchen den Schutz des Ordens.

Enorme Lebensfreude

Luisa Unsenos glüht förmlich, wenn sie von der bevorstehenden Reise spricht. „Ich weiß wie Schule hier funktioniert und welche Probleme es gibt“, sagt sie. Bevor sie sich an den Masterabschluss macht, wolle sie ein anderes System kennenlernen. Allerdings: In Togo spricht man Französisch. „Ich habe ein Semester die Sprache gelernt und hoffe, dass es reicht.“

Eines sagen alle, die Land und Menschen dort besucht haben. Sie haben eine enorme Lebensfreude kennengelernt, Menschen die herzlich sind, gern lachen und tanzen, obwohl sie bitter arm sind. „Das lässt einen nicht mehr los“, sagt Anna Maria Klocke und es gehe nicht nur ihr allein so. 109 Patenkinder gibt es in den Vereinsprojekten – es sind dauerhafte Freundschaften über die Kontinente hinweg entstanden.

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