Schöne Idee in Hamminkeln

Historisches Handwerk soll in Brünen wieder aufleben

Der Brüner Gewerbeverein informierte über sein Projekt Historisches Brünen. Dabei helfen mit (von links) Alwin Cappell, Rolf Brögeler, Günter Heiligenpahl, Harald Hardacker, Dieter Holsteg, Friedhelm Zurmühlen und Andreas Hardacker.

Foto: Erwin Pottgiesser

Der Brüner Gewerbeverein informierte über sein Projekt Historisches Brünen. Dabei helfen mit (von links) Alwin Cappell, Rolf Brögeler, Günter Heiligenpahl, Harald Hardacker, Dieter Holsteg, Friedhelm Zurmühlen und Andreas Hardacker. Foto: Erwin Pottgiesser

Hamminkeln.   Brüner Gewerbeverein sucht Informationen zu den örtlichen Betrieben früherer Zeit. Vor allem Zeitzeugen sollten ihre Erinnerungen weitergeben.

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Brünens Vergangenheit aufarbeiten – das liegt der Projektgruppe „Historisches Brünen“ besonders am Herzen.

Der Fokus liegt dabei auf dem Gewerbe im Ort und der Entwicklung, die sich darin bis heute vollzogen hat. Ziel ist es, Informationen zusammenzutragen, zu sortieren und für jeden zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck trafen sich die Mitwirkenden in der Tischlerei Hardacker. Der Anlass passte zum Treffpunkt, denn die Tischlerei feiert in diesem Jahr ihr 135-jähriges Jubiläum in fünfter Generation – der Inbegriff eines alteingesessenen Brüner Handwerksbetriebes also.

Die Initiative entstand durch ein Gespräch auf dem Bauernmarkt, bei dem Zeitzeuge Alwin Cappell sich an Dieter Holsteg, den Vorsitzenden des Brüner Gewerbevereins, wandte.

Der 1929 geborene Bäckermeister hat sich schon als kleiner Junge für das Handwerk interessiert und nun aus dem Gedächtnis heraus fast 100 Betriebe notiert, die zwischen 1935 und 1955 entlang der Bundesstraße angesiedelt waren.

In der handschriftlichen Liste finden sich Berufe, die es heute in der Form gar nicht mehr gibt, wie beispielsweise den Stuhlmacher, oder Begriffe, die man heutzutage kaum noch kennt, zum Beispiel den des Hauderers – damals ein Name für einen Fuhrunternehmer. Aus diesem Anstoß heraus entstand eine Zusammenarbeit des Gewerbevereins mit dem Verein „Bürger für Brünen“ und seinem Vorsitzenden Rolf Brögeler.

Im Archiv von „Bürger für Brünen“ recherchiert

Die Cappell-Liste soll erst der Anfang sein und nach und nach auf ganz Brünen ausgeweitet werden. Brögeler hat dazu bereits im Archiv von „Bürger für Brünen“ recherchiert und konnte Festschriften und Anzeigen von alten Gewerbetreibenden finden.

Zurzeit befassen sie sich mit Gaststätten im und um den Ortskern. Die Schwierigkeit liegt dabei in Namensänderungen, die durch Heirat oder andere Umstände entstanden. Aus diesem Grund sind Zeitzeugen wichtig.

Die älteste Datierung eines Gasthauses in Brünen geht dabei ins Jahr 1660 zurück – dort gab es die „Gaststätte zur hölzernen Klinke“, die später eine Schreinerei wurde und heute gar nicht mehr gewerblich genutzt wird. Neben Alwin Cappell gaben auch Günter Heiligenpahl, Friedhelm Zurmühlen und Harald Hardacker ihre Erinnerungen wieder und zeigten einige ihrer gesammelten Unterlagen.

Harald Hardacker, Seniorchef der Tischlerei, die mittlerweile von seinem Sohn Andreas Hardacker übernommen wurde, zeigt einen seiner zahlreichen Ordner.

Grundrisse, Fotos, Urkunden, Anzeigen und mehr

Darin geht es um die Firmengründung, denn früher hieß der Betrieb noch Steinkamp, erst 1910 wurde der Name Hardacker verwendet. Grundrisse, Fotos, Urkunden, Anzeigen sind fein säuberlich ausgeschnitten und mit handschriftlichen Hinweisen ergänzt. „Der Ursprung der Tischlerei war ein sehr kleiner Raum.

Darin konnte man kaum etwas bauen, deshalb sind die Tischler früher oft zu den Bauern gefahren und haben vor Ort gearbeitet“, erzählen Alwin Cappell und Harald Hardacker. Friedhelm Zurmühlen erinnert sich an seinen Großvater, der bis 1930 Schneidermeister war und im eigenen Haus sein Atelier betrieb.

All diese Geschichten und Informationen sollen den Platz erhalten, der ihnen zusteht – nichts soll in Vergessenheit geraten. Das Kirchenarchiv sei dabei leider kaum eine Hilfe, so Günter Heiligenpahl: „Nach dem Krieg wurde dort alles verbrannt.“ Deshalb werden nun Zeitzeugen gesucht. Und auch beim Gewerbemarkt am 22. und 23. April sollen Bürger um ihre Mithilfe gebeten werden.


>>> SO KANN MAN HELFEN:

Interessierte, die dem Gewerbeverein Informationen zur Verfügung stellen möchten, können sich an Rolf Brögeler oder Günter Heiligenpahl wenden. Die Liste von Alwin Cappell, die als Anhaltspunkt dienen kann, ist auf der Webseite des Brüner Gewerbevereins (www.bruener-gewerbeverein.de) unter der Rubrik „Über uns“ zu finden.

Der Kontakt zum Brüner Gewerbeverein ist möglich über Günter Heiligenpahl (Tel.: 02856 2519) und Rolf Brögeler (Tel.: 02856 1254 oder per Mail: rolf-broegeler@t-online.de).

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