20 Jahre Hospiz-Initiave

Hoffnung, Humor, Haltung

Claudia Böckmann, Dr. Hirsmüller und Daniela Haerten (v.l.)

Claudia Böckmann, Dr. Hirsmüller und Daniela Haerten (v.l.)

Foto: Johann Ridder WAZ FotoPool

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Wesel.  „Ihr seid ein Glück für die Menschen!“ zitierte die Geschäftsführerin der Hospiz-Initiative Wesel, Eva Chiwaeze, ihre Kollegin Marion Zwanzig und sprach damit einen ganz besonderen Dank an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter aus.

„Dass, was ihr tut, ist unbezahlbar, in einer Welt die sich am Geld berauscht!“ sagte auch Pfarrer Brödenfeld. Ohne die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter könnte die Hospiz-Initiative sicher nicht auf 20 so erfolgreiche Jahre zurückblicken.

Passend zum Jubiläum beginnt nun auch im Vorstand ein neuer Abschnitt, denn die langjährige Vorsitzende Daniela Haerten, die von ihren Kollegen für ihr freundliches Lächeln, ihre offene Art und ihre Herzlichkeit geschätzt wurde, verabschiedete sich. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge,“ gestand Daniela Haerten und bedankte sich bei Eva Chiwaeze, ihrem „Dreh- und Angelpunkt“ für die schöne Zeit. Ihre Nachfolgerin Claudia Böckmann übernahm mit der Moderation der Jubiläumsveranstaltung im Luthersaal ihre erste offizielle Amtshandlung.

Festvortrag

„Hoffnung, Haltung und Humor“ - die drei Hs in der Hospizarbeit - waren an diesem Abend wichtige Schlagwörter, besonders beim Festvortrag, den Dr. Susanne Hirsmüller, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, hielt. Die Hoffnung gehöre zur Hospizarbeit einfach dazu.

Ehrenamtliche sollten den Kranken immer das Recht auf Hoffnung zugestehen und sie selbstbestimmt ihren Weg gehen lassen. Ein zentraler Punkt Hirsmüllers war auch die Haltung – das zweite H der Hospizarbeit. Gekonnt bediente sie sich an dem bekannten Geburtstagsgedicht Charlie Chaplins „Als ich mich selbst zu lieben begann“ und veranschaulichte die wesentlichen Haltungsaspekte, die innerhalb der Beziehung zwischen den ehrenamtlichen Helfern und den Sterbenden vorhanden sein sollten: Vertrauen, Authentizität, Reife, Selbstliebe, Bewusstheit und Leben – leben ohne Angst vor aufkommenden Konflikten zu haben. „Hospiz ist Haltung!“, sagte Hirsmüller und wünschte, dass die Ehrenamtlichen in jedem Moment den Sterbenden das Gefühl geben können, ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft zu sein.

Zuletzt sprach die Medizinerin den Leitbegriff Humor an – ein sehr schwieriges Thema in Verbindung mit dem Tod. Humor sei „das Ventil der aufgestauten Gefühle“, er helfe sich selbst zu erleichtern und dem Tod Macht zu nehmen. Gerade da er für keinen von uns umgänglich ist, solle man ihm mit Gelassenheit entgegentreten. Humor kann in einer schweren Zeit entkrampfen, Sprachlosigkeit durchbrechen und oftmals auch Distanz zum Thema Tod erzeugen. Häufig scheue sich Pflegepersonal humorvoll mit Patienten umzugehen – denn der Tod ist nicht lustig. Doch es gibt auch Zeichen dafür, dass viele Patienten sich nach Humor sehnen, wie dieses Beispiel aus einem Bonner Hospiz veranschaulicht. Patient zur Krankenschwester: „Was ist der Unterschied zwischen einer Krankenschwester und einem Tumor?“ - „Ich weiß es nicht“ - „Na, der Tumor kann auch gutartig sein!“

Zu vielen weiteren herzlichen Lachern führten die von Hirsmüller eingebrachten Karikaturen und humorvoll gestalteten Todesanzeigen wie: „Wo ist Loni? Ach, sie ist schon einmal vor, gute Plätze für uns reservieren, wie immer!“

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