Sterbebegleitung

Hospiz-Initiative Wesel feiert 25-jähriges Bestehen

Sie begleiten sterbende und todkranke Menschen: Die Aktiven der Hospiz-Initiative. Foto: pr

Sie begleiten sterbende und todkranke Menschen: Die Aktiven der Hospiz-Initiative. Foto: pr

Wesel.   Vieles hat sich in dieser Zeit bewegt, ein umfassendes Netzwerk der Hilfe in Wesel ist gesponnen. Und die ehrenamtlichen Begleiter haben gelernt.

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Für die Hospiz-Initiative ist es ein besonderes Jahr: 1992 hat sich die „Initiative Sterbebegleitung“ im Evangelischen Kirchenkreis formiert, ein Jahr später gründete sich der „Verein Hospiz-Initiative zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender in Wesel“.

Auch sterbende Menschen sind Lebende

In 25 Jahren haben die Aktiven dazugelernt. Anfangs, so Eva Chiwaeze, „lag unsere Betonung auf der Sterbebegleitung. Heute wissen wir, dass auch sterbende Menschen lebende Menschen sind“, sagt sie, heißt: Dass nur noch eine kurze Zeitspanne bleibt, ist nicht die einzige Wahrheit. Auch sterbenskranke Menschen möchten nicht ununterbrochen über Krankheit und Tod sprechen, manche wollen das gar nicht. „Auch das ist ihr Recht“, sagt Claudia Böckmann. „Sie möchten über ihren Garten, über Politik oder Reisen sprechen, über etwas, das sie interessiert.“ Dass die Sterbebegleiter von außen kommen, ist eine Chance: Immer bringen sie auch ein wenig Leben und Normalität mit. Und manchmal, wenn es den Patienten gut geht, fahren sie auch mit ihnen raus. Ein Patient wollte mal in den Baumarkt – warum eigentlich nicht?

Fortschritte der Pallitativmedizin und -pflege

Noch etwas hat sich verändert: In den vergangenen Jahren sind die medizinischen und pflegerischen Fortschritte in der Palliativmedizin enorm gewesen, „speziell in der Begleitung von Tumorpatienten“. Diese Errungenschaften in die Altenpflege herüber zu holen, ist ein großes Ziel der Hospiz-Initiative, die dabei eng mit der Kati Faßbender Stiftung zusammenarbeitet.

Es wird ein prall gefülltes Jubiläumsjahr, auf das sich Claudia Böckmann (Vorsitzende) und Geschäftsführerin Eva Chiwaeze freuen. In einer Chronik haben sie das Entstehen der ersten Hospiz-Initiative der Region nachgezeichnet. Natürlich wird auch gefeiert: Am 16. Mai geht Christoph Hutter bei der zentralen Festveranstaltung im Lutherhaus der Frage nach, ob Begleitung das Sterben schöner macht – mit dem Titel stellt er im Grunde die Sinnfrage der Hospizarbeit, szenisch begleitet vom Echtzeit Theater Münster. Am 19. Juni feiert die Initiative mit aktuell fünf Hauptamtlichen und 76 Ehrenamtlichen ihr Sommerfest. Der Evangelische Kirchenkreis stellt die Grundfinanzierung sicher, die beiden Krankenhäuser und die gesetzlichen Krankenkassen geben ebenfalls Geld. Ohne Spender kann die Arbeit aber nicht funktionieren.

Dem Team fehlen Männer

Sterbebegleitung, das ist immer noch ein weibliches Engagement. Zwar gibt es inzwischen einige Männer, „wir wünschten uns, dass sich weitere melden“, sagt Eva Chiwaeze. Einen weiteren, dicken Geburtstagswunsch haben die Aktiven noch: Ein stationäres Hospiz in Wesel wäre ihr Traum.

Sterbebegleiter für junge Menschen gesucht

Der Tod gehört auch zum jungen Leben. Die Hospiz-Initiative begleitet Kinder und Jugendliche, die an einer tödlichen Krankheit leiden. Am Samstag, 10. März, beginnt ein neuer Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche. Ein Unterschied zur Hospizarbeit mit Erwachsenen: Die Begleitung von Kindern und Jugendlichen kann sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Außerdem steht die Familie im Fokus. Weitere Informationen und Anmeldung bei Annegret Marquardt 0281/44 29 90 54.

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