Kita

Hünxe: Kita Sandhasen in Drevenack mit regionalem Konzept

Elin, Claudia Brandt, Leiterin der Kita Drevenacker Sandhasen in Hünxe, Philipp und Theo, von links, mit einem Korb voller Gemüse und Milchprodukten aus einem nahe gelegenen Hofladen.

Elin, Claudia Brandt, Leiterin der Kita Drevenacker Sandhasen in Hünxe, Philipp und Theo, von links, mit einem Korb voller Gemüse und Milchprodukten aus einem nahe gelegenen Hofladen.

Foto: Lars Fröhlich / FFS

Hünxe.  Bei den Sandhasen in Hünxe-Drevenack lernen Kinder viel über Lebensmittel und Natur. Ziel ist es, sie möglichst selbstständig werden zu lassen

Wenn die kleinen Sandhasen mit dem Bollerwagen losziehen, dann ist Einkaufstag in der Drevenacker Kita: Zum Bauernladen geht es dann, dem Schulte-Drevenackshof oder zu Schulte-Bunert, wo die Kleinen frisches Gemüse, Kartoffeln und Eier kaufen. Gemeinsam geht es dann zurück in die Kita, wo Köchin Petra Lemberg das Essen zubereitet – häufig mit Hilfe kleiner Hände.

Kita-Leiterin Claudia Brandt und ihr sechsköpfiges Team legen großen Wert auf Regionalität. Und darauf, dass die 35 Kinder einen eigenen Bezug zu Nahrungsmitteln entwickeln, wissen, was der Körper braucht. Wenn sie sich im Sommer beispielsweise im Naschgarten an der Kita bedienen.

Rüstzeug und Selbstbewusstsein

„Wenn sie selbst ernten, dann essen die Kinder sogar Tomaten“, sagt Alexandra Spankus, Vorsitzende des Trägervereins, die einen Sechsjährigen und eine Zweijährige im Kindergarten hat. Drei Gruppen gibt es, davon eine U3-Gruppe mit zehn Kindern. Übrigens: Sämtliche Erzieherinnen sind ehemalige Kindergartenmütter, auch Leiterin Claudia Brandt. Ihr Nachwuchs ist längst erwachsen.

Viel selbst machen, nachhaltig sein, Müll vermeiden, das zieht sich durch das Konzept. Häufig basteln die Kleinen mit Dingen, die sie zuhause im Gelben Sack finden. Auch wenn die Grundschule gleich nebenan ist – und vor allem die älteren Kinder vieles mit ihr unternehmen – sollen die Sandhasen möglichst selbstständig sein, wenn sie als I-Dötzchen antreten.

„Sie brauchen ein Rüstzeug: Ich weiß, wer ich bin und was ich kann“, sagt Spankus. Während sie keine Bedenken habe, ihrer Tochter ein Messer in die Hand zu geben, sei das bei ihren Fünftklässlern, Spankus ist Lehrerin, häufig nicht möglich.

Möglichkeiten vor Ort nutzen

Der Kindergarten, davon sind Spankus und Brandt überzeugt, sei kein Vorschulprogramm. Es gehe nicht darum, die Kleinen auf den Stoff vorzubereiten. „Wir haben einen anderen Bildungsauftrag als die Schule“, sagt Brandt. In der Kita geht es darum, dass die Kinder bereit sind, sich anzustrengen, dass sie Angst überwinden.

Viel im Wald spielen, einen Draht zur Natur zu bekommen, auch das gehört dazu. „Am Anfang haben die Kinder dann viel Langeweile, wissen gar nichts mit dem Wald anzufangen“, berichtet Brandt. Das ändere sich schnell, „hinterher muss ich dafür sorgen, dass sie in Sichtweite bleiben.“

Dabei arbeiten die Erzieherinnen mit den Möglichkeiten, die Drevenack und Hünxe bieten. Bei Ford Otto dürfen die Kinder mit dem Abschleppwagen fahren. Oder sie nehmen ein Großraumtaxi zu Zahnarzt Dr. Pothmann in Hünxe, „da dürfen sie die Praxis auseinandernehmen“.

Freude auf die Nacht der Nächte – Übernachtungsaktion für die Maxis

Die „Maxis“, also die Kinder, die demnächst in die Schule kommen, übernachten in der Kita. „Das ist die Nacht der Nächte“, sagt Alexandra Spankus. Sie fiebern ihr entgegen und sind stolz, es geschafft zu haben. An diesem Tag bekommen die Sandhasen Besuch. Judith Reinhard vom Vorstand des Fördervereins Jugend-Schule-Sport Drevenack – und, klar, ehemalige Sandhasen-Mutter – ist da. Der Verein hat 600 Euro für eine neue Waschmaschine gespendet. Kuscheldecken, Kissen, Handtücher und mehr fallen in der Kita zum Waschen an.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben