Gaspipeline

Hünxer ärgern sich beim Auftakt der Zeelink-Erörterung

Mit solchen Plakaten machen die Zeelink-Gegner in Hünxe auf mögliche  Gefahren der Gaspipeline aufmerksam.

Foto: Markus Joosten

Mit solchen Plakaten machen die Zeelink-Gegner in Hünxe auf mögliche Gefahren der Gaspipeline aufmerksam. Foto: Markus Joosten

Hünxe/Neuss.   Der Bus nach Neuss fuhr ab Rathaus, während die Bürger am Sportplatz warteten. Sie sollen ihre Einwände nun am Dienstag vortragen dürfen.

Am Sportplatz sollte der Bus die Hünxer Bürger gestern Morgen abholen und zum Auftakt der Erörterung nach Neuss bringen – eigentlich. Die Bürger warteten vergebens. Obwohl die Bedenken gegen die Gaspipeline zum überwiegenden Teil (1377 von insgesamt 1507) aus Voerde und Hünxe kommen, suchte die Bezirksregierung Düsseldorf das Dorint-Kongresshotel in Neuss als Verhandlungsort aus. Das Ersuchen der Stadt Voerde und später der Gemeinde Hünxe, die Anhörung auch in der hiesigen Region zu veranstalten, blieb ohne Erfolg.

Man bot daher einen Bustransfer an. „Der Bus stand am Rathaus, alle Leute warteten am Sportplatz“, sagt Zeelink-Gegner Rainer Rehbein. 40 bis 50 Leute seien da gewesen, „die sind fast alle zuhause geblieben. Da haben sich Leute Urlaub genommen und werden einfach stehen gelassen.“ Rehbein ist sauer. Er und einige Mitstreiter organisieren drei Autos und fahren nach Neuss. Auch in Voerde hat der versprochene Bus an einer anderen Stelle gestanden. „Ist das noch Versehen oder schon Absicht?“, fragt Rehbein.

Die Presse durfte nicht hinein

Auf NRZ-Nachfrage erklärt die Bezirksregierung, dass es sich der Firma Zeelink zufolge um einen Fehler des Busunternehmens gehandelt habe, der Fahrer sei falsch instruiert worden. Später stellt Rehbein den Antrag, den Anhörungstermin abzusetzen weil diejenigen, denen es gesetzlich zusteht, ihr Anliegen nicht zu Gehör bringen können. Der Antrag wird zurückgewiesen.

Am Ziel angekommen, müssen die Einwender an der Einlasskontrolle vorbei und sich ausweisen. Die Presse muss draußen bleiben. Verhandlungsleiterin Selina Karvani von der Bezirksregierung begründet dies damit, dass im Vorfeld viele Einwender um den Schutz ihrer Daten gebeten hätten. Es gehe um Dinge wie Grundstücksangelegenheiten oder die Wohnsituation – am Ende soll sie nach NRZ-Informationen auf mehrfaches Drängen hin die Frage gestellt haben, ob die Öffentlichkeit zugelassen werden soll. Das Ergebnis dem Vernehmen nach: Keiner der Einwender hat etwas dagegen, nur die Firma Zeelink votiert dagegen, womit die Sache vom Tisch ist.

Sicherheit war Thema am ersten Tag

Sicherheit ist ein großes Thema der nichtöffentlichen Anhörung. „Die haben alle Bedenken der Anwohner einfach vom Tisch gewischt,“ sagt Rehbein. Die Kommunen kommen zu Wort, Hünxe argumentiert mit der Nähe zur Wohnbebauung, Wesel hat wasserrechtliche Bedenken. Naturschutzverbände melden sich zu Wort: Kaum zu glauben, dass die mit dem Gutachten über gefährdete Tiere und Pflanzen beauftragte Firma auf 250 Kilometer Länge keine einzelne Haselmaus habe nachweisen können, finden die Gegner. Auch Amphibien waren nicht entdeckt worden.

Für Anlieger eine frustrierende Veranstaltung. Immerhin: Auf Antrag Rainer Rehbeins zusammen mit den Kommunen Voerde und Hünxe dürfen am zweiten Tag der Anhörung, Dienstag, alle zu Wort kommen, die der Bus stehengelassen hat. Auch dann, wenn das Thema bereits abgehakt ist. (P.K./sz)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik