Verkehr

Immer mehr Berufspendler im Kreis Wesel

Frust im Stau: Immer mehr Beschäftigte haben weite Wege zur Arbeit. Die Gewerkschaft IG BAU macht für den Trend auch den fehlenden Wohnraum in Ballungsgebieten verantwortlich.

Frust im Stau: Immer mehr Beschäftigte haben weite Wege zur Arbeit. Die Gewerkschaft IG BAU macht für den Trend auch den fehlenden Wohnraum in Ballungsgebieten verantwortlich.

Foto: Privat / WP

Kreis Wesel.  Die IG Bau-Agrar-Umwelt spricht von einem „alarmierenden Trend“. Ursache seien auch hohe Mieten.

Die Zahl der Berufspendler im Kreis Wesel hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 121.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 23 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis nochrund 99.000 so genannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt jetzt mitteilt.

Gewerkschafterin Karina Pfau spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt die Bezirksvorsitzende der IG Bau Duisburg-Niederrhein.

Strecken von 50 Kilometern sind üblich

Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Wesel mittlerweile gang und gäbe, betont Pfau. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Die IG Bau warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, nötig sei eine „drastische Wende“ in der Wohnungsbaupolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen.

Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment“, so Pfau. Massive Investitionen seien aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. „Vor allem beim Schienen-, Straßen und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß“, macht Pfau deutlich. Einen entscheidenden Beitrag gegen den „Pendel-Frust“ könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten.

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