Unweltschutz

In Hamminkeln besteht ein Notstromaggregat seine Feuertaufe

Bürgermeister Bernd Romanski, Oliver Duhr und Bernhard Payer (v. li.) bei der Inbetriebnahm

Foto: Gerd Hermann

Bürgermeister Bernd Romanski, Oliver Duhr und Bernhard Payer (v. li.) bei der Inbetriebnahm Foto: Gerd Hermann

Hamminkeln.   Photovoltaik liefert der Hamminkelner Feuerwehr speicherbare Energie. An das öffentliche Stromnetz ist sie jetzt nicht mehr angeschlossen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Schon seit einiger Zeit versucht die Gemeinde Hamminkeln beim Klimaschutz Akzente zu setzen. Deshalb nahm sich die Verwaltung vor, auch das Notstromaggregat der Feuerwehr nicht mehr über Dieselgeneratoren laufen zu lassen, sondern als eines der ersten mit Photovoltaik zu betreiben. Die Idee kam Elektriker Michael van der Linde vom städtischen Bauhof. Schnell fand sich ein örtliches Unternehmen, das das innovative Projekt umsetzt: Die Firma DuSolaris ist ein bewährter Partner, betreibt sie doch zahlreiche Photovoltaikanlagen und Stromspeicher im Stadtgebiet.

Genau das benötigt eine Notstromversorgung: Stromerzeugung und Speicherung. Im Fall der Feuerwehr gilt es, zwei Gebäude im Notfall unabhängig vom Stromnetz zu machen: Das Feuerwehrhaus benötigt 14 000 Kilowattstunden pro Jahr, die neue Rettungswache wird etwa 12000 Kilowattstunden verbrauchen. Ziel ist eine unbegrenzte Versorgung, da gerade im Notfall die gesamte Gemeinde auf eine funktionierende Feuerwehr angewiesen sein kann.

Mit diesen Vorgaben und der Maßgabe, die Versorgung aus regenerativer Energie zu gewährleisten, machte sich DuSolaris ans Werk. „Voraussetzung, so ein Projekt erfolgreich umzusetzen, ist die Kooperation der Verwaltung und die Unterstützung durch den Bürgermeister“, betont Firmenchef Oliver Duhr. Dies sei nicht selbstverständlich. Duhr: „Es ist wichtig, auf lokale Partner zu setzen, um im Notfall schnell Reparaturen durchführen zu können.“

Mindestens vier Stunden bei Komplettauslastung halten die Speicher im Keller des Feuerwehrhauses die Feuerwehr nun voll funktionsfähig, und das bei völliger Dunkelheit: Am Tag wird durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach neuer Strom produziert. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingestellt. Der Clou: Im äußersten Notfall können die vorhandenen Diesel-Aggregate von den Feuerwehrautos an die Anlage angeschlossen werden.

„Der Klimaschutz sollte auch in kleineren Kommunen wie Hamminkeln oben stehen“, betont Bürgermeister Bernd Romanski. Was in Hamminkeln möglich sei, werde auch auf größere Kommunen ausstrahlen, ist er überzeugt. Ein Mitarbeiter der ausführenden Firma Tekloth aus Bocholt schaltete gestern die Feuerwehr vom öffentlichen Stromnetz ab – keine sieben Sekunden später ging das Licht wieder an und die Anlage ist in Betrieb genommen. Feuertaufe bestanden!

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik