Betuwe-Pläne

Betuwe: In Wesel wird Kritik laut an Lärmschutzlücken

Interessiert verfolgen mehrere Weseler die Präsentation der Bahn zu den erfolgten Änderungen an der Betuwelinie.

Interessiert verfolgen mehrere Weseler die Präsentation der Bahn zu den erfolgten Änderungen an der Betuwelinie.

Foto: Markus Joosten

Wesel.   Lob, aber auch Enttäuschung über Änderungen bei Betuwe-Plänen. Während die Feuerwehr von einem Konsens spricht, möchte mancher Weseler mehr.

Es sind zahlreiche Änderungen, die das so genannte Deckblattverfahren für die Betuwe-Ausbaustrecke in Wesel beinhaltet (NRZ berichtete). Angefangen bei zusätzlich 44 Häusern, die nun Schallschutzfenster erhalten, weil sie bislang nicht berücksichtigt wurden. Einige stehen auf dem Fusternberg, weitere, in den Planunterlagen noch nicht verzeichnete an der Friedenstraße.

Auch das Übungsgelände des Technischen Hilfswerks an den Kanonenbergen ist betroffen, weil es hier Übernachtungsmöglichkeiten gibt, von denen die Bahn nichts wusste.

71 Rettungszuwegungen entlang der Betuwe-Strecke

Teilweise werden mehr Flächen für die 71 Rettungszuwegungen entlang der Betuwe-Strecke benötigt. Denn waren es bislang auf Weseler Gebiet elf, sind es nun 82. Auch größere Bereiche für die Baustelleneinrichtung sind an manchen Stellen nötig, so für die Behelfsbrücke an der Willy-Brandt-Straße.

Durch sie ist die ursprünglich angedachte Umleitung nicht mehr nötig. Ein Großteil der Straße „Am Blaufuß“ wandert zudem ein Stück weiter Richtung Osten, damit die hier nötige, drei Meter hohe Lärmschutzwand Platz hat.

Der Lärmschutz war auch ein großes Thema unter den Weselern, die die Informationsveranstaltung am Montagabend im Parkettsaal der Niederrheinhalle besuchten. Betroffen sind beispielsweise 100 Meter „Am Blaufuß“, wo es wegen des dort angesiedelten Gewerbes eine Lücke in der Wand geben wird. Denn hier sind die Bestimmungen andere als bei einer Wohnbebauung. Eine weitere, 250 Meter lange lärmschutzfreie Stelle klafft zwischen der Feldmark und Blumenkamp. Hier sind nur wenige Häuser, so dass nur passiver Schallschutz nötig ist, sprich: Lärmschutzfenster.

Zusammenarbeit mit Straßen NRW und der Stadt

Neben zahlreichen Einzelfällen, bei denen es etwa um Grundstücksfragen ging, und die in persönlichen Gesprächen nach der Veranstaltung erörtert wurden, galt die Sorge auch dem Verkehr. Denn durch den Bau von Behelfsbrücken an der südlichen B8 Höhe Lippe und an der Bocholter Straße/B473 könnte der Verkehr rund um Wesel zum Erliegen kommen. Deshalb soll nicht gleichzeitig gebaut werden.

Die Bahnvertreter betonten, dass hier in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßen NRW und der Stadt gehandelt werde.


>>> HINTERGRUND: ZEITEN UND FAKTEN:


Bis 28. November liegen die Pläne im Rathaus-Anbau (Raum 218): montags - donnerstags 8-16 Uhr, freitags 8-12 Uhr.

Digital ist das Deckblattverfahren hier einsehbar: http://evit-net.de/ABS46-2/PfA2.2_Deckblatt

Die Einwendungsfrist endet am 12. Dezember.

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