Abwasser

Investition in Hamminkelns Unterwelt – ein neuer Spülwagen

Matthias Krusdick, Johann Kastein, Josef van der Linde und Bernhard Payer mit dem neuen Spülwagen. Foto:Markus Weissenfels

Matthias Krusdick, Johann Kastein, Josef van der Linde und Bernhard Payer mit dem neuen Spülwagen. Foto:Markus Weissenfels

Hamminkeln.   Ein 360 000 Euro teurer Spülwagen pflegt Kanäle und Abwasser-Bauwerke in Hamminkeln.

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Nagelneu steht er vor dem Rathaus, leuchtet orangefarben ohne einen Kratzer oder Schlammspritzer: Hamminkeln hat nach 17 Jahren einen Ersatz für seinen alten Spülwagen geliefert bekommen. Das 360 000 Euro teure Spezialfahrzeug ist ein echter Niederrheiner, es stammt von der Firma Kroll mit Sitz in Hünxe und Wesel. 126 Kilometer Hauptkanalisation hat die Stadt Hamminkeln, inklusive 3300 Schachtbauwerke. Die zu reinigen ist eine der zahlreichen Aufgaben des Spülwagens für die Kläranlage.

Wie der technische Dezernent Bernhard Payer und sein technischer Angestellter Johann Kastein erläutern, wird der Wagen auch zur Wartung und Reparatur an den 287 Kleinpumpstationen der Druckentwässerung eingesetzt, an 30 Zwischenpumpwerken und sieben Mischwasserbetriebspunkten. Sechs Regenüberlaufbecken müssen ab und an gereinigt werden, fünf Stauraumkanäle und ein Regenklärbecken. Die Technikbegeisterten geraten ins Schwärmen, denn das sind nur ein paar der Dinge, die der neue Laster kann. Leer wiegt er 19 Tonnen, beladen maximal 28.

200 bar Hochdruck

„Für unsere Mitarbeiter bietet der Wagen bessere Arbeitsbedingungen“, erläutert Bernhard Payer. Die Ergonomie ist verbessert, manches lässt sich per Fernbedienung ganz rückenschonend erledigen, auch die Standards der Arbeitssicherheit sind höher als bei dem Vorgängerfahrzeug. Es ist ein Hochdruck Spül- und Saugfahrzeug. Sobald es um Pumpen geht, fällt automatisch die Frage: Kann der auch Hochwasser? Theoretisch ja, doch: „Acht Kubikmeter, das ist in dem Falle nichts“, sagt Kastein. Nein, der leuchtende neue Lkw, dreiachsig und neuneinhalb Meter lang, kann mit 200 bar Hochdruck spülen und hat eine Schlauchlänge von 240 Meter. Das ist die Länge Kanal, die er an einem Stück reinigen kann, „vorausgesetzt, es sind nicht zuviele Abzweigungen in dem Abschnitt“, so Kastein.

Einige neuen Finessen

Jede Menge technischer Daten schwirren umher, der Laster kann die Schlauchkassette ausschwenken, was wiederum den Umgang mit dem schweren Schlauch erleichtert. Knöpfe, Hebel und Schläuche machen ihn zum Traum aller Technikfreunde. Und so ein nagelneues Fahrzeug – es wurde erst vergangene Woche geliefert – fährt man nicht alle Tage, oder? „Es ist mein zweites und letztes“, sagt Josef van der Linde und lacht, in ein paar Jahren will er in den Ruhestand gehen. Speziell ausgebildet wurden die Männer im Umgang mit dem Spüllaster nicht. „Es gab eine Einführung bei Kroll“, sagt Kastein. Im Prinzip sei das Fahrzeug wie sein Vorgänger. Nur mit einigen neuen modernen Finessen ausgestattet. Um die 15 Jahre sollte er schon halten, rechnerisch gehört er schon mit zehn zum alten Eisen.

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