Wildtiere

Jäger in Schermbeck wollen jetzt Felle weiterverarbeiten

Das Fuchsfell ist doch viel zu schade, einfach ohne Nutzen wegzuwerfen.

Das Fuchsfell ist doch viel zu schade, einfach ohne Nutzen wegzuwerfen.

Foto: Alexander Heinl/dpa

Schermbeck.   Der Hegering beschreitet neue Wege mit erlegten Wildtieren. Diese sollen zukünftig für eine weitere sinnvolle Nutzung verwendet werden.

Der Schermbecker Hegering geht neue Wege mit erlegten Wildtieren und führt diese einer weiteren Nutzung zu. Damit setzt der Hegering auf die neue Form ökologischer Verwertung zur Weiterverarbeitung von Pelzen.

Was einst zum guten Ton und Statussymbol gehörte – wie zum Beispiel ein „Fuchskragen“ oder ein wärmender Muff aus Marderfell – wird heute in der Regel durch Kunstpelze ersetzt.

Echter Pelz aus zertifizierten Betrieben: Mit einer neuen Idee und einem Pilotprojekt zur Nutzung von Pelzen aus heimischer Jagd ist der Deutsche Jagdverband an den Start gegangen. „Artenschutz und Pelznutzung können nachhaltig im Einklang funktionieren“, sagt Karl-Josef Goederz, Vorsitzender des Hegerings Schermbeck.

Idee wurde von der Kreisjägerschaft Wesel vorgestellt

Der Schermbecker Hegering habe sich deshalb dieser guten Idee unter dem Namen „Fellwechsel“ angeschlossen, die bereits vor gut zwei Jahren von der Kreisjägerschaft Wesel vorgestellt wurde.

Jährlich werden in den Wäldern rund um Schermbeck Wildtiere wie Füchse, Marder oder Nutrias erlegt, damit das Niederwild eine Überlebenschance hat. „Warum sollen wir diese Tiere in der Erde vergraben, wenn das Fell hervorragend ist?“, fragt Goederz.

Damit werden Ressourcen wie Erdöl, welches für die Verarbeitung von Kunstpelzen nötig ist, geschont, aber auch: „Bisher landete das Fell erlegter Tiere im Müll. Mit den aufgearbeiteten Pelzen unserer Tiere und aus unseren Wäldern können wir den Pelzimport aus fernöstlichen Ländern und den Zuchtfarmen eindämmen. Es ist kein Fell aus Massentierhaltung und kein Tier kommt aus Qualhaltung“, sagt Peter van Linde, der stellvertretender Vorsitzende des Hegerings.

Eine ganze Truhe voll wartet auf Weiterverarbeitung

Seit Mitte November hat der Schermbecker Hegering angefangen, die erlegten Tiere der Jäger zu sammeln und einzufrieren. Erfolgreich, denn die Truhe sei mittlerweile gut gefüllt, freut sich Goederz.

Die „Fellwechsel GmbH“ ist ein junges Unternehmen im Bereich nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen. „Jedes Tier mit verwertbarem Fell, das wir dort anliefern, wird individuell markiert und mit einer ID-Nummer versehen.

Diese Nummer verbleibt am gegerbten bzw. getrockneten Fell, so dass es später den weiterverarbeitenden Betrieben wie Kürschnern möglich ist, anhand der Nummer die Herkunft der Felle aus der nachhaltigen und heimischen Jagd zu dokumentieren“, erklärt der Schermbecker Vorsitzende das ausgefallene System.

„WePrefur“ ist ein Logo, das der Zentralverband des Kürschnerhandwerks als Nachweis an lizenzierte Betriebe vergibt, die bei der Verarbeitung von Fellen auf den eindeutigen Nachweis zur Herkunft aus der heimischen Jagd setzen.

>>> NACHHALTIGES NUTZEN VON BÄLGEN:

Zum Schutz des Niederwildes und zur Unterstützung von Artenschutzprojekten werden Raubsäuger bejagt. Deutschlandweit werden jährlich rund 500.000 Füchse erlegt – neuerdings auch Marderhunde und Waschbären, teilt die Organisation Fellwechsel mit. Allerdings wird derzeit nur ein Teil dieser Felle verwertet, obwohl viele Kürschner zunehmend Pelze aus der heimischen Jagd verarbeiten. Entsprechend groß ist der Bedarf nach hochwertiger Ware aus nachhaltiger Jagd.


Das Präsidium des Deutschen Jagd-Verbandes hat daher entschieden, die Nutzung von Bälgen aus der Jagd aktiv zu fördern.

Mehr Infos gibt es unter https://fellwechsel.org/

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