Denkmal

Kaiser Wilhelm I. findet in Wesel einen neuen Platz

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist derzeit noch beim Steinmetz Schlicht & Baumann in Wesel eingelagert.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist derzeit noch beim Steinmetz Schlicht & Baumann in Wesel eingelagert.

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Das viel diskutierte Denkmal von Wilhelm I. findet seinen Weg zurück in die Öffentlichkeit. Der Platz, an dem es stehen soll, steht schon fest.

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Seit dieser Woche steht fest: Das umstrittene Denkmal von Kaiser Wilhelm I. findet wieder einen Platz in der Öffentlichkeit. Das haben die Stadt und die Gesellschaft Denkmalpflege Wesel im Rahmen eines nun unterschriebenen Schenkungsvertrages festgelegt. Der Kaiser wird liegend in einer Vitrine aus Sicherheitsglas auf der kleinen Wiese zwischen Preußen-Museum und Haupttor-Gebäude bei den beiden Mörsern ausgestellt.

Rolf Oppenberg, der zusammen mit Dr. Erst Trapp und Dominique an der Heiden die Gesellschaft Denkmalpflege vertritt, erklärt, dass die Schenkung des Vereins in Form der Glasvitrine, eines neuen Sockels und der Reinigungskosten der Statue geschehe; das mit der Zeit arg mitgenommene Denkmal selbst werde nicht restauriert. Die Kosten von rund 50 000 Euro strecke, so Oppenberg, der Verein erst einmal vor. Anschließend soll die Investition durch Spenden refinanziert werden, ebenso wie bereits bei der Herstellung der Statue, die 1907 abgeschlossen war.

Den Zweiten Weltkrieg hat das Denkmal überstanden

Die Bombardierung während des Zweiten Weltkrieges überstand das Denkmal zwar, doch wurde es ein Jahr später vom originalen Sockel, der bis heute verschwunden ist, gestoßen. Dabei brach der Kopf vom Rumpf ab. Nach jahrelanger Einlagerung hat sich nun die Gesellschaft Denkmalpflege dafür eingesetzt, dass Kaiser Wilhelm wieder öffentlich ausgestellt wird.

Wesel habe durch seine Zerstörung nur noch wenig, das an die Geschichte erinnere, erklärt Oppenberg seine Beweggründe – schließlich passe Wilhelm I. zur preußischen Vergangenheit der Stadt. Ursprünglich stand die Statue auf dem Franz-Etzel-Platz am Bahnhof; eine Lösung, die Oppenberg favorisierte, die aber nicht möglich war. Mit dem jetzigen Kompromiss ist er aber trotzdem sehr zufrieden.

Die Statue allein ist nicht wetterfest

Die Vitrine sei nötig, damit das Denkmal witterungsfest ist. Denn mit der Zeit seien zum Teil sehr tiefe Risse in dem Gestein entstanden, die eine dauerhafte Präsentation an frischer Luft unmöglich machten, sagt Oppenberg. Für eine optimale Belüftung innerhalb des Glasgebildes werde ebenfalls gesorgt.

Weil der Schenkungsvertrag als Voraussetzung galt, können die Vereinsmitglieder erst jetzt alle notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten. So soll die Statue Ende April öffentlich ausgestellt werden, hofft Oppenberg. Weitere Informationen über die Geschichte des Denkmals selbst, um dessen Wartung sich zukünftig die Stadt kümmern wird, können Interessierte dann einer Info-Tafel entnehmen.

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