Karnevalstradition

Karnevalisten erstürmen die Schill-Kaserne in Wesel

Die Weseler Karnevalisten stürmen die Schill-Kaserne  in Wesel.

Die Weseler Karnevalisten stürmen die Schill-Kaserne in Wesel.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Wesel.  Seit Jahren ist der Kasernensturm eine vergnügliche Tradition – die Soldaten hatten sich dafür eine besondere Verkleidung ausgedacht.

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Dass die Nato-Kaserne vor den Toren Blumenkamps ein gut gesicherter Ort sein würde, war klar. Trotzdem traten am Donnerstagabend wieder viele Weseler Karnevalisten zusammen mit närrischen Abordnungen und jecken Delegationen aus einigen Karnevalshochburgen im Umkreis von Wesel an, die Kasernenfestung zu stürmen. Sie im lustigen Kampf schließlich zu erobern und mit karnevalistischem Frohsinn zu überziehen war auch 2019 wieder das Ansinnen der Narren.

„Der Kasernensturm ist schon seit vielen Jahren ein vergnügliches Fest“, meinte Ingrid Wüstefeld vom CAW (Carnevals Ausschuss Wesel) während fast 300 Närrinnen und Narren bei abendlicher Kälte vor dem verbarrikadierten Kasernentor gespannt und fröhlich bibberten. Diesmal hatte man die Aktion mit dem Motto „Ritter und Mittelalter“ überschrieben und so sah man das Volk verkleidet als Mägde, als Bauern und natürlich als Ritter.

Wettkämpfe mit den Weseler Soldaten

Für die Nato-Kaserne forderte Major Michael Auch die Narren zu drei spannenden und spaßigen Wettkämpfen auf. Seine Soldaten, beziehungsweise Kämpfer und Verteidiger, hatten sich als klassische schwarze Ritter, als „Black Knights“ verkleidet und boten beim Tauziehen den Frauen und Männern Paroli, die vom Weseler Prinzenpaar Marja I. und Pascal I. auserwählt worden waren und in die Konfrontation geschickt wurden.

Die Karnevalisten verankerten, erst unbemerkt und blitzschnell das dicke Tau an einem Metallpoller und wollten so ihre Chancen auf den Sieg steigern. Doch die List flog auf und so halfen nur wirkliche Muskelkraft und natürlich die lauten Anfeuerungsrufe der Delegationen und der närrischen Tollitäten, die unter anderem aus Dingden, Borth, Wehofen, Ossenberg, Isselburg und Bocholt kamen. Hier gibt es mehr aus Wesel, Hamminkeln und Schermbeck

Stück für Stück kam das Weseler Prinzenpaar, die Prinzengarde, der CAW und auch die Weseler Kinderprinzessin Jana 1. dem Sieg näher. Als Attacke-Ruf erschallte „Drei Mal Wesel Helau“ und so konnte man auch bei den weiteren Ritterspieldisziplinen „Ringe reiten“ und „Katapult schleudern“ Erfolg auf ganzer Linie einfahren.

Major Auch gibt sich geschlagen

Dank des Fanfarencorps CCL-Wesel 1973 war auch für stimmungsvolle Musik gesorgt. Schließlich gaben sich Major Michael Auch und die wackeren Verteidiger der Weseler Kaserne geschlagen. Major Auch vertrat Oberstleutnant Torsten Peters, der dienstlich bedingt nicht am Ort des Geschehens sein konnte.

„Im nächsten Jahr wird das nicht so leicht werden“, kündigte Major Auch an und warf damit schon einmal einen Blick in die Zukunft dieser närrischen Tradition, die es hoffentlich auch in der Session 20/21 wieder geben wird. Ausgedacht hatten sich die Wettstreitspiele die Soldaten und natürlich perfekt vorbereitet.

Ausweiskontrolle vor dem Kasernensturm

Bevor jemand als Karnevalist oder Närrin an dem ritterlichen Kasernensturm teilnehmen konnte, mussten ganz sachlich, ernst und bürokratisch die Personalien per Ausweiskontrolle festgestellt und in Listen notiert werden. Dann konnte der Abend sicher mit Gardetanz, Musik und viel guter Stimmung seinen Verlauf nehmen.

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