Überraschung

Kehrtwende - CDU spricht sich für Ausbau der Bücherei aus

Die Stadtbücherei im Keller der Gesamtschule wird ausgebaut und mit mehr Personal ausgestattet.

Die Stadtbücherei im Keller der Gesamtschule wird ausgebaut und mit mehr Personal ausgestattet.

Foto: Markus Joosten

Hamminkeln.   Schon lange hatten SPD und Grüne den Ausbau auf dem Wunschzettel, um auch die Onleihe anbieten zu können. Jetzt gab auch CDU grünes Licht.

Im Rat hat die CDU beim Thema Bücherei eine echte Kehrtwende hingelegt. In der Vergangenheit immer darauf bedacht, möglichst wenig Geld auszugeben und die Bücherei vor allem für die Gesamtschule parat zu halten, stimmte sie am Donnerstag überraschend einem weiteren Vorstoß der Grünen zu, die Bildungseinrichtung zu einer Bücherei der Stufe 1 mit mehr Personal, mehr Medien und mehr Raum auszubauen, um so auch den Zugang zur Onleihe Niederrhein zu erhalten.

SPD und Grüne hatten diesen Ausbau schon lange gewünscht, aber nie die erforderliche Mehrheit erhalten. Deshalb hatte die Verwaltung immer wieder nach Alternativen gesucht, um den elektronischen Buchverleih möglichst ohne Kosten zu realisieren und vorgeschlagen, erst einmal für ein Jahr mit der Gemeinde St. Maria Frieden zu kooperieren, die die Onleihe über den Libell-e-Verbund anbietet.

„Zwischenlösung“ ist verschenkte Zeit

Für Johannes Flaswinkel (Grüne) verschenkte Zeit. Er beantragte noch einmal den Ausbau zur Stufe- 1-Bücherei mit der Bereitstellung der entsprechenden Mittel im Haushalt 2019 und Dr. Dieter Wigger (CDU), der selbst zuvor zugegeben hatte, dass die CDU in der Vergangenheit beim Thema Bücherei nur sehr zurückhaltenden mit dem Geld ausgeben gewesen sei, signalisierte nach einem kurzen Blick auf seine nickenden Fraktionskollegen Zustimmung.

Das verblüffte selbst die Verwaltung, die ja mit Blick auf vorher ablehnende Haltung der CDU extra in langen Gesprächen mit der Gemeinde Maria Frieden die Kooperation ausgehandelt hatte. Ärgerlich, ob der da verschwendeten Liebesmühe war sie aber nicht. Im Gegenteil. „Wenn es eine Mehrheit gäbe, wäre ich froh“, erklärte Bürgermeister Bernd Romanski während der Diskussion. Nun ist sie da. Und vielleicht greift die Stadt ja auch die Anregung von Anneliese Große Holtforth (CDU) auf, die Hinweistafel an der Diersfordter Straße ein wenig großzügiger zu gestalten: „Da braucht man ja ein Hinweisschild auf das Hinweisschild.“

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