Wald der Glacis-Anlagen

Keine Gefahr für die grüne Lunge von Wesel

Die Glacisanlagen rund um Wesel sind bei Spaziergängern und Erholungssuchenden beliebt. Und das soll auch so bleiben

Die Glacisanlagen rund um Wesel sind bei Spaziergängern und Erholungssuchenden beliebt. Und das soll auch so bleiben

Foto: Markus Weißenfels

Wesel.  In einer öffentlichen Sitzung beschäftigte sich die SPD-Fraktion mit der Zukunft der innerstädtischen Glacis-Anlagen, der grünen Lunge der Stadt.

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Schon oft hat man in der SPD-Fraktion des Weseler Rates über die Glacis-Anlagen diskutiert. „Wenn große Bäume gefällt werden, entsteht ein ungutes Gefühl“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Ludger Hovest. „Wenn das so weitergeht, haben wir bald im Glacis keine Bäume mehr“, sagte er. Dabei solle man doch eher stolz sein, auf die „grüne Lunge inmitten der Stadt“.

Sorgen, die für die SPD-Fraktion Grund genug waren, zu ihrer öffentlichen Fraktionssitzung im Ratssaal des Rathauses einzuladen. Zusammen mit Ulrich Streich, Betriebsleiter des ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen), und Eckhard Remter, Forstbetriebsbeamter im Forstbetriebsbezirk Rheinaue.

Ulrich Streich stellte erstmal die Fakten zu den bewaldeten Flächen in Wesel dar. 151,2 Hektar Forstflächen, umgerechnet etwa 200 Fußballfelder, befänden sich im städtischen Besitz. Davon 12,58 Hektar im innerstädtischen Glacis, die Streich als „Nutzwald mit Erholungsfunktion“ charakterisierte. In den vergangenen Jahren hatte man schon an einigen Stellen die Bürger zu den Waldflächen befragt. „Das Meinungsbild ist breit gefächert und reicht vom Abholzen bis zum kompletten Erhalt jedes Baumes“, berichtete Streich. Die Ziele seien allerdings klar: der Erhalt und die Entwicklung der bestehenden Waldflächen.

Wie das geschieht, erläuterte dann Eckhard Remter. Und der begann erstmal mit der Geschichte der Glacis-Anlagen. „Als diese angelegt wurden, hat man ungefähr 5000 Bäume pro Hektar gepflanzt“, erklärte er.

Diese habe man dann erstmal 20 Jahre wachsen lassen und dann durchforstet, um den jeweils vitalsten Bäumen den Raum zu geben, sich zu entwickeln. Ein Prozess, den man immer wieder durchführte.

„Heute stehen noch etwa 500 Bäume pro Hektar auf den Flächen und trotzdem ist der Wald größer und mächtiger als vorher“, erklärte Eckhard Remter. Trotz gelegentlicher Entnahme von Bäumen, würde der Wald stetig weiter wachsen – und zwar rund 180 Tage pro Jahr.

„Das Wachsen des Waldes hört man nicht.“

„Das hört man aber nicht. Man hört nur, wenn jemand mit einer Säge kommt“, so Remter. Dabei entnehme man wesentlich weniger Holz, als im Wald nachwächst. Wenn Bäume gefällt werden, so wäre das immer notwendig.

„In der Natur würden die Bäume irgendwann umfallen. Wir müssen allerdings auch auf die Sicherheit achten.“

Eine kleine Diskussion gab es darüber, ob man gefällte Bäume nicht direkt ersetzen sollte. Remter merkte an, dass dies an vielen Stellen nicht sinnvoll wäre.

Bei Kahlschlag, also dem kompletten Abholzen größerer Flächen, wäre der städtische Betrieb ASG allerdings bemüht, Bäume eins zu eins nachzupflanzen, wenn möglich an gleicher Stelle, betonte Ulrich Streich.

Auf Nachfrage aus dem Zuschauerraum, ob Glacis-Flächen umgenutzt werden sollen, erklärte Ludger Hovest: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür eine Mehrheit im Rat gäbe. Wir von der SPD wollen die Glacis-Anlagen auf jeden Fall erhalten.“

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