Jubiläum

Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel feiert 675-jähriges Bestehen

Schulpflegschaftsvorsitzende Ulrike Freund (v.l.), Lehrer Robert Kielstropp, Schulleiterin  Karen Schneider,  Joelle Khattab von der Schülervertretung und Lehrerin Christine Benning-Cebula sichten alte Klassenbücher und andere Dokumente aus vergangenen Zeiten, die im Keller der Schule lagern.

Foto: Lars Fröhlich

Schulpflegschaftsvorsitzende Ulrike Freund (v.l.), Lehrer Robert Kielstropp, Schulleiterin Karen Schneider, Joelle Khattab von der Schülervertretung und Lehrerin Christine Benning-Cebula sichten alte Klassenbücher und andere Dokumente aus vergangenen Zeiten, die im Keller der Schule lagern. Foto: Lars Fröhlich

Wesel.   Im Jahr 1342 wurde die Schule erstmals erwähnt. Wahrscheinlich ist sie aber noch älter. Auch der Namenspatron baute an der Schule sein Abitur.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Schulen nach großen Persönlichkeiten benannt werden - selten ist es jedoch, dass der Namenspate dort tatsächlich die Schulbank gedrückt hat. Das Konrad-Duden-Gymnasium (KDG) kann das von sich behaupten. Der in Lackhausen geborene Vater der deutschen Rechtschreibung erhielt im August 1846 sein „Zeugnis der Reife“ am „Gymnasium zu Wesel“. Die Schule war zu dieser Zeit schon gut 500 Jahre alt. Am 15. September feiert das Gymnasium ein stolzes Jubiläum: das 675-jährige Bestehen. Damit gehört das KDG zu den ältesten Schulen in Deutschland.

Konrad Duden ist sicher einer der namhaftesten „Ehemaligen“ in der langen Geschichte. Eine Kopie seines Zeugnisses hängt heute an der Wand im Verwaltungsbereich, darin wird dem 17-jährigen Absolventen ausdrücklich bescheinigt: „Sein deutscher Stil ist korrekt und zeugt von Nachdenken“. Dass er noch sehr viel über die deutsche Sprache nachdenken wird, ahnte damals wohl niemand...

Ab 1612 bezeichnete sich die Schule als Gymnasium

Als Gründungsdatum der Schule gilt heute das Jahr 1342, wahrscheinlich ist sie aber schon um Jahrzehnte älter. Doch aus diesem Jahr gibt es einen ersten schriftlichen Beleg, der auf einen „rector scolarum“ verweist, also auf einen Schulrektor. In den folgenden Jahren gab es regelmäßig schriftliche Hinweise auf eine Schule an der Niederstraße nahe des Doms. Es war eine Rektoratsschule, wie Stadtarchivar Dr. Martin Roelen weiß, eine höhere Schule, in der Latein unterrichtet wurde. Die Absolventen, Kinder der aufstrebenden Bürger der Stadt, konnten später die Universität besuchen.

Fast 300 Jahre blieb die Schule an der Niederstraße, ab 1612 ist sie an der Pergamentstraße zu finden - auf dem Gelände, wo heute die Apollopassage steht. Auch hier blieb die Bildungseinrichtung, die sich ab 1612 übrigens als Gymnasium bezeichnete, 300 Jahre lang. Ab 1912 diente das heutige Gebäude des Amtsgerichts am Herzogenring als neues Domizil der damals noch staatlichen Einrichtung.

Erstmals eine Frau auf dem Chefsessel

1978 zog das „Städtische Gymnasium Wesel Nord“ von der Stadtmitte an den heutigen Standort am Barthel-Bruyn-Weg in der Feldmark, seit 1984 trägt es den Namen seines bekannten Absolventen.

Er ist aber nicht die einzige Persönlichkeit, die am heutigen Konrad-Duden-Gymnasium ihr Zeugnis in Empfang genommen hat: Die lange Liste der prominenten Ehemaligen auf der KDG-Homepage nennt Namen wie den aus Dinslaken stammenden preußischen Kultur- und Bildungspolitiker Friedrich Althoff oder den Gründer von New York, Peter Minuit. Lückenlos bis heute ist auch die Liste der Schulleiter seit 1342 – in dieser stattlichen Reihe ist Rektorin Karen Schneider die erste Frau.

Die Schulleiterin und ein Team aus Lehrern, Referendaren und Schülern ist schon seit Monaten dabei, das Jubiläum vorzubereiten und altes Material zu sichten. Dabei erweist sich der Keller der Schule als wahre Fundgrube: So versetzte ein Gebäudeplan aus der Bauzeit der Schule Karen Schneider in Erstaunen: „Hier hat sich räumlich alles völlig verändert“. Das Sprachlabor zum Beispiel gibt es nicht mehr. Dafür aber eine große Mensa für die heute rund 1000 Schüler, die seit 2010 als Antwort auf die Einführung des Abiturs nach acht Jahren (G8) im verbindlichen Ganztagsbetrieb lernen.

500 bis 600 Gäste werden zur Feier erwartet

Lehrerin Christine Benning-Cebula studierte mit ihren Schülern im vergangenen Schuljahr alte Klassenbücher. Sie verglichen, welche Themen in den 50er Jahren auf dem Lehrplan standen und für welche Vergehen die Pennäler einen Eintrag ins Buch kassierten. Ihre historische Ausstellung präsentieren sie beim Schulfest in der Pausenhalle.

Viele ehemalige Schüler und Lehrer haben die Organisatoren eingeladen und einige haben ihr Kommen bereits angekündigt. Mit 500 bis 600 Gästen rechnet die Schulpflegschaftsvorsitzende Ulrike Freund und auch Schulleiterin Karen Schneider weiß: „Viele Ehemalige fühlen sich der Schule immer noch sehr verbunden“. Sie können sich am Abend des 15. September auf ein zwangloses Wiedersehen mit Live-Musik, Führungen durch das Gebäude freuen, das bei schönem Wetter draußen, bei Regen drinnen stattfinden soll.

>>Schulfest und Jubiläumsparty

Am Freitag, 15. September, feiert das KDG das 675-jährige Bestehen. Der Vormittag ist für die Schüler reserviert: Von 10 bis 13.15 Uhr hat das Organisations-Team ein Schulfest mit besonderen Angeboten vorbereitet. Schulorchester und die Schulband Peavy eröffnen das Fest, anschließend haben die Mädchen und Jungen die Qual der Wahl. Ein Menschenkicker, Ponyreiten, ein KDG-Quiz, das Teamspiel Titonic, Traktorziehen, physikalische Experimente oder eine Chillingarea mit Musik sind nur einige der Programmpunkte.

Ab 17.30 Uhr beginnt dann die Jubiläumsparty, zu der auch Eltern und Ehemalige eingeladen sind. Schulleiterin Karen Schneider eröffnet den Abend mit einem Grußwort, auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hat ihr Kommen zugesagt. Bis 22 Uhr wechseln sich die Irish-Folk-Gruppe McCool’s Return sowie die Rockbands The Shed, Tepco doesn’t answer und Speedos auf der Bühne ab.

Dazu gibt es ein Internationales Café sowie weitere Speisen und Getränke. Es werden von Schülern mit Redewendungen bedruckte Taschen verkauft. In der Pausenhalle können die Gäste in einer Ausstellung einen Blick auf alte Dokumente werfen oder an Führungen teilnehmen. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Organisation der Feier wird gebeten. Weitere Infos unter www.kdg-wesel.de

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