Denkmal-Serie

Konrad Heresbach vermachte der Stadt Wesel seine Bibliothek

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Das Heresbach-Denkmal von Kuno Lange erinnert an den Humanisten, der der Stadt seine kostbare Bibliothek hinterließ.

Das Heresbach-Denkmal von Kuno Lange erinnert an den Humanisten, der der Stadt seine kostbare Bibliothek hinterließ.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Wesel.  Denkmal-Serie: Auf dem Großen Markt erinnert die Stadt Wesel an den bekannten Humanisten und Prinzenerzieher. Er ist auch in der Stadt begraben.

Manchmal ist es die untergehende Sonne, die plötzlich ein Denkmal ins rechte Licht rückt und damit ins Bewusstsein ruft, an dem man über Jahre vielleicht achtlos vorbeigelaufen ist. Seit seiner Einweihung am 24. Oktober 1997 steht das Konrad Heresbach-Denkmal auf dem Großen Markt, vis à vis der Volksbank, die dieses zum 500. Geburtstag des Humanisten Konrad Heresbach (1496-1576) stiftete.

Immerhin hinterließ der Humanist und Prinzenerzieher in unmittelbarer Nachbarschaft nicht nur seine Spuren, er ist auch in der St. Willibrordi-Kirche begraben. So ist in der Broschüre „Denk- und Ehrenmäler in Wesel“ zu lesen, dass Konrad Heresbach Politiker am Hof des Herzogs von Jülich-Kleve-Berg war.

Reste der Privatbibliothek lagern im Stadtarchiv

„Zunächst als Prinzenerzieher und später als Diplomat war er für eine tolerante Religionspolitik in der Reformationszeit und für wegweisende Reformen unter den klevischen Herzögen verantwortlich. Sein Engagement im Bildungswesen zeigt sich unter anderem in seiner Privatbibliothek, die lange Zeit im Willibrordi-Dom aufbewahrt wurde. Reste befinden sich im Stadtarchiv.“

Wie auf der Sockeltafel der Bronzeskulptur zu lesen ist, diente Heresbauch dem späteren Herzog Wilhelm dem Reichen insbesondere auf den Gebieten der Rechtspflege, der Wissenschaftsförderung und der Behandlung theologischer und innenpolitischer Fragen als wichtiger Berater. Unermüdlich war Heresbach als herzoglicher Rat in den verschiedensten Missionen für das Herzogtum Jülich-Kleve-Berg tätig um das Wohl des Staates wie seiner Einwohner zu fördern. Durch seine Bücher über die Landwirtschaft gilt er als Vater der modernen Agrarwissenschaften.

Studienstiftung gegründet

Heresbach arbeitete für den Ausgleich zwischen den Konfessionen und beeinflusste die kirchliche Entwicklung in Wesel. Mit seiner Frau Mechteld van Dunen errichtete er eine heute noch bestehende Studienstiftung. Der Stadt Wesel vermachte er seine kostbare Humanistenbibliothek.

Die Bronzeplastik schuf der Hamminkelner Künstler Kuno Lange. Seine Sicht auf Heresbach liegt in der Darstellung einer „aufrecht stehenden, in sich ruhenden, gleichwohl in Demut verharrenden Figur“.

Das überproportionale Buch in Bronze symbolisiere die Geistes- und Lebenshaltung eines humanistischen Gelehrten, der seine Kraft im Dienste der Vervollkommnung des Menschen aus dem Glauben und der Bildung schöpfte.

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