Nahverkehr

Kreis Wesel: CDU und Grüne wollen Mobilitätswende

An Mobilstationen laufen die Verkehre zusammen, haben die Teilnehmer Gelegenheit, das Verkehrsmittel zu wechseln. Jede Gemeinde soll eine solche Station bekommen – auch ohne Bahnanschluss

An Mobilstationen laufen die Verkehre zusammen, haben die Teilnehmer Gelegenheit, das Verkehrsmittel zu wechseln. Jede Gemeinde soll eine solche Station bekommen – auch ohne Bahnanschluss

Foto: NVR GmbH

Kreis Wesel.  CDU und Grüne im Kreistag wollen nach der Wahl mit Druck das Mobilitätskonzept umsetzen. Es ist klimafreundlich und bietet viele Möglichkeiten.

Mobilität ist das Masterthema für CDU und Grüne im Kreistag für die kommenden fünf Jahre. „Die Menschen fordern eine andere Mobilität, die breiter aufgestellt ist als nur auf den Pkw und die Straße zu setzen“, sagt Frank Berger, alter und neuer CDU-Fraktionsführer. Hubert Kück, Fraktionschef der Grünen, und Berger wollen die Kooperation der vergangenen sechseinhalb Jahre weiter führen, auch die FDP hat diesen Wunsch bereits geäußert. „Wir sind mit allen in Gesprächen, mit Ausnahme der AfD“, sagt Berger. „Wir sprechen mit allen, die mit uns weiter wollen – gegen den Willen von CDU und Grünen wird es nichts geben.“

Das Mobilitätskonzept soll jetzt umgesetzt werden, „wer sich dahinter versammelt, ist herzlich willkommen, denn es gibt keinen Schritt mehr dahinter zurück“, sagt Berger. Der Kreis Wesel brauche die Mobilitätswende, der öffentliche Personennahverkehr sei nur dann annehmbar, wenn er attraktiv ist. „Es geht uns um Angebot, keine Verbote. Es geht um die Zukunft: Jugendliche haben heute ein anderes Mobilitätsverständnis als die früheren Generationen.“

Mobilstationen in allen Orten des Kreises

Ein Kernpunkt des Konzeptes sind Mobilstationen, wie es sie in großen Städten bereits gibt. An eine zentralen Ort kommen Schiene, Bus, Park und Ride, E-Ladestationen für Autos und Räder zusammen. Es sind Punkte, an denen man das Verkehrsmittel wechseln kann. Das Konzept sieht vor, dass jede Kommune des Kreises Wesel eine solche Station bekommt – auch Hünxe, Sonsbeck und Schermbeck, die Kleineren also.

Hubert Kück sagt, die Grünen erwarten vom künftigen Landrat, dass er das Konzept umsetzt. „Es ist nicht allein seine Aufgabe, die Verwaltung zu organisieren.“ Das Nahverkehrskonzept nimmt sich den schnellen Radverkehr vor, die Mobilstationen, Fahrradabstellanlagen, P & R-Plätze, Haltenstelleninfrastruktur – beispielsweise ein Café, das Wartezeiten angenehm überbrücken hilft. Leihräder und Mietautos. Aber auch neue Antriebstechniken und autonomes Fahren sind Teil der Betrachtung.

Gleichberechtigung zwischen Auto und Fahrrad

„Wir müssen die Gleichberechtigung zwischen Auto und Fahrrad städtebaulich hinbekommen“, sagt Frank Berger. Der Nahverkehr muss verlässlicher werden, „was nutzt uns der RE31, wenn er nicht kommt.“ Hier kommen die Vertragsverhandlungen mit dem VRR ins Spiel, auch müsse der Lokführermangel vorbei sein.

Alte Bahnstrecken wie die Walsumbahn un die Bahn entlang der A42, auf der Strecke fahren derzeit nur Güterzüge, für den Personenverkehr reaktiviert werden. Und die alte Strecke Wesel-Schermbeck. Hubert Kück fordert, im VRR, im RVR, Land und Bund aktiv werden. Die NIAG soll von Dieselbusse auf andere Antriebstechniken umstellen, „wir wollen im Jahr 2030 einen emmissionsfreien ÖPNV“, sagt Frank Berger. Welcher Antrieb es sein soll, müssen die Verkehrsunternehmen entscheiden. E-Busse waren in Wuppertal gescheitert, die Stadt steigt jetzt auf Wasserstoffantrieb um, auch Biogas, im Asdonkshof hergestellt, käme in Frage.

Ruhrgebiet braucht einen hochwertigen ÖPNV

Für die klimatischen Ziele wollen CDU und Grüne die Stadtwerke, die Kreis-Weseler Abfallgesellschaft und alle, die Know How einbringen können, zusammenbringen. „Ökologie und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze“, sagt Frank Berger.

Auch der RVR sei gefragt, „es reicht nicht, dass das Ruhrgebiet einen hochwertigen ÖPNV hat, wir fordern die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“, sagt Hubert Kück. Und zwar auch mit blick auf die Glasfaserversorgung, „wir wollen 5 G bis zur letzten Milchkanne“. Denn: Homeoffice spart Verkehre, Voraussetzung ist ein brauchbares Netz.

In fünf Jahren soll das Mobilitätskonzept in großen Teilen umgesetzt sein, „die Menschen haben den Klimaschutz gewählt und wenn uns das nicht gelingt, werden unsere Kinder und Enkel darunter zu leiden haben“, sagt Frank Berger.

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